Nördlich der Autobahn 38 werden fünf ältere Windräder durch neue und größere Anlagen ersetzt. Zwei weitere neue Anlagen sollen bald folgen. Die Umkreisgemeinden können damit rechnen, dass sie an den Stromerträgen beteiligt werden.

 

Die neuen Windräder nördlich der Autobahn sind deutlich größer als die alten Anlagen. Foto: Stefan Schroeter

Im Windpark Leipzig-Knautnaundorf werden derzeit fünf ältere Windräder durch fünf neue Anlagen ersetzt. Die neuen Anlagen des Typs Vestas V136-4.2 im Südwesten von Leipzig sind deutlich höher und leistungsstärker.

Sie verfügen jeweils über eine Spitzenleistung (Nennleistung) von 4,2 Megawatt und eine Gesamthöhe von 234 Metern. Die alten Windräder, die nun durch das sogenannte Repowering ersetzt werden, sind bereits 20 bis 27 Jahre in Betrieb und nur 100 Meter hoch.

Wie die Projekt-und Betreibergesellschaft Zopf Energieanlagen gestern bei einer Baustellenbesichtigung informierte, ist der Bau der neuen Anlagen weit fortgeschritten. Vier Windräder sind bereits errichtet, für das fünfte wird derzeit der Turm gebaut.

Bauleiter Jens Januszewski rechnet damit, dass alle fünf Anlagen im Juni oder Juli 2026 in Betrieb gehen können. Dann sollen auch die fünf Altanlagen zurückgebaut werden.

 

Finanzielle Teilhabe

Die Gemeinden, die sich im Umkreis von 2,5 Kilometern um die Windräder befinden, will Zopf an den künftigen Stromerlösen beteiligen. Dabei sollen 0,2 Cent pro Kilowattstunde eingespeisten Stroms ausgezahlt werden.

Bei einem erwarteten Stromertrag von 50 Gigawattstunden pro Jahr können die Kommunen mit jährlichen Zahlungen von insgesamt 100.000 Euro rechnen. Der größte Teil davon geht an Leipzig und Markranstädt, ein kleinerer Teil an Pegau.

Zopf verfolgt bereits weitere Ausbaupläne. Zunächst will das Unternehmen den jetzt gebauten Windpark, der sich nördlich der Bundesautobahn 38 befindet, um zwei weitere Anlagen ergänzen. Hier können die Umkreisgemeinden aufgrund eines neuen sächsischen Gesetzes schon mit einer höheren Beteiligung von 0,3 Cent rechnen.

Später könnten weitere acht Windräder an Standorten gebaut werden, die sich südlich der Autobahn befinden. Hier stehen derzeit zwei ältere Anlagen, die dann ersetzt werden würden. Ob dieses Projekt umgesetzt werden kann, hängt allerdings noch von den notwendigen Genehmigungen der zuständigen Behörden ab.

 

Information und Protest

Die Baustellenbesichtigung wurde von zahlreichen Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt, um sich vor Ort über die Projekte und Baufortschritte zu informieren. Bei einer Teilveranstaltung in Knautnaundorf gab es allerdings auch Proteste von weniger zahlreichen Projektgegnern.

Sie wandten sich vor allem gegen die Größe und Anzahl der neuen und künftig geplanten Anlagen. Außerdem kritisierten sie, dass sie keine Möglichkeiten hätten, über den Bau der Anlagen mitzuentscheiden.

Andererseits liegt die Region Leipzig beim Ausbau der Windenergie im sachsenweiten Vergleich noch weit zurück. Hier waren zum Jahresende 2025 erst 200 Windräder mit einer Gesamtleistung von 267 Megawatt in Betrieb.

Das geht aus einer Statistik des Döbelner Experten Hans-Jürgen Schlegel hervor. Demnach ist die Windenergienutzung in den Regionen Dresden und Chemnitz schon deutlich weiter fortgeschritten. Dabei bleibt auch Sachsen insgesamt noch hinter den meisten anderen deutschen Flächenländern zurück.

 

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