Im Freistaat werden weiterhin nur wenige Windräder gebaut. Das Ausbautempo ist viel zu gering, um die eigenen Energie- und Klimaziele zu erreichen.

 

Windpark in Sachsen. Symbolfoto: Stefan Schroeter

Der Ausbau der Windenergie in Sachsen kommt weiterhin nur allmählich voran. In den vergangenen Jahren sind zwar schon deutlich mehr Anlagen als zuvor genehmigt worden. Bis sie gebaut werden und erneuerbaren Strom produzieren können, dauert es allerdings noch einige Zeit.

So sind im laufenden Jahr 2025 bisher nur 12 Windenergie-Anlagen mit einer Nennleistung von 60 Megawatt in Betrieb gegangen. Darüber berichtete der Experte Hans-Jürgen Schlegel gestern beim Sächsischen Windenergietag in Leipzig. Er rechnet damit, dass bis zum Jahresende noch eine weitere Anlage dazukommt.

Insgesamt sind damit jetzt 874 Windräder mit 1.424 Megawatt in Betrieb. Die meisten davon stehen in den Landesdirektions-Bezirken Chemnitz und Dresden, während es im Bezirk Leipzig deutlich weniger gibt.

Damit bleibt Sachsen bei der Windenergie weit hinter den Zielen des eigenen Energie- und Klimaprogramms von 2021 zurück. Um diese Ziele zu erreichen, müssten nach Schlegels Rechnung 60 Windräder pro Jahr gebaut werden.

Dass das bei politischer Unterstützung und Akzeptanz in der Bevölkerung grundsätzlich möglich ist, zeigte er mit einem Blick nach Schleswig-Holstein. Das Küstenland hat etwas weniger Landesfläche und Einwohner, konnte aber allein im ersten Halbjahr schon 61 neue Windräder in Betrieb nehmen.

 

Zurückhaltende Erwartung

In Sachsen sind politische Unterstützung und Akzeptanz allerdings deutlich weniger ausgeprägt, in Behörden und bei der Bevölkerung vor Ort gibt es viele Widerstände. Immerhin hatte die Landespolitik in den vergangenen Jahren schon erreicht, dass deutlich mehr Genehmigungen für Windräder erteilt wurden.

Mit diesen Genehmigungen können sich nun die Projektgesellschaften an Ausschreibungen beteiligen und den Bau der Windräder in Angriff nehmen. Demnach wäre zu erwarten, dass in den nächsten Jahren auch deutlich mehr Anlagen ans Netz gehen können.

Für das kommende Jahr 2026 rechnet Fachmann Schlegel zunächst damit, dass mindestens 20 Anlagen in Betrieb gehen könnten. Nach seiner Einschätzung reicht das allerdings nicht aus: „Selbst mit dieser Zahl bleiben wir in Sachsen hinter den Notwendigkeiten.‟

 

Sinkende Vergütungen

Auch bundesweit erteilen die Behörden inzwischen sehr viel mehr Genehmigungen für Windräder. Darüber berichtete Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie.

Das wirkt sich auch auf die Ausschreibungen aus, in denen die Einspeisevergütungen für den Windstrom aus neuen Anlagen vergeben werden. Hier erhalten die Projekte den Zuschlag, die den günstigsten Preis pro eingespeister Kilowattstunde anbieten.

Bei diesen Ausschreibungen gab es zuletzt ein deutliches Überangebot von Projekten. Damit liegt die Branche einerseits auf Kurs bei den bundesweiten Ausbauzielen für Windenergie. Andererseits sinken auch die Preise pro Kilowattstunde, die nun durchschnittlich bei 6,57 Cent liegen.

Für Heidebroek ergibt sich daraus die Notwendigkeit, an den Kosten der Windräder zu drehen. Als mögliche Themen dabei nannte sie Anlagenpreise, Pachtpreise für den Boden und die Kosten für den Netzanschluss.

 

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