Im Land zwischen Arendsee und Zeitz sind im vergangenen Jahr 2025 wieder zahlreiche Solar- und Windparks gebaut worden. Eine verpflichtende Kommunalabgabe soll dafür sorgen, die Akzeptanz der Bevölkerung und ihre Beteiligung an den Stromerlösen zu sichern.

 

Windpark in Sachsen-Anhalt. Symbolfoto: Stefan Schroeter

In Sachsen-Anhalt wird die Solar- und Windenergie weiter kräftig ausgebaut. Im vergangenen Jahr 2025 wuchs hier die installierte Leistung der Windenergie-Anlagen um 269 Megawatt netto. Dabei wurden mehr neue, größere Anlagen neugebaut als ältere, kleinere Anlagen abgebaut wurden.

Das entspreche einem Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2024, teilte das Energie- und Umweltministerium mit. Insgesamt seien jetzt 2.760 Windräder mit 5.790 Megawatt in Betrieb.

Bei der Fotovoltaik stieg die installierte Leistung sogar um den bisherigen Rekordwert von 996 MW. Hier lag der Zuwachs bei 21 Prozent. Drei Viertel davon entfielen auf 88 neue Solarparks. Dazu kamen mehr als 20.000 Balkonkraftwerke sowie Dach- und Fassadenanlagen. Insgesamt sind jetzt im Land zwischen Arendsee und Zeitz 129.000 Fotovoltaik-Anlagen in Betrieb und verfügen über eine installierte Leistung von 5.770 MW.

 

Neue Solar- und Windparks in Zerbst und Förderstedt

Zu den neu gebauten Anlagen gehört der Solarpark Zerbst des norwegischen Energiekonzerns Statkraft, der im November in Betrieb ging. Er verfügt über eine installierte Leistung von 46 MW und einen Batteriespeicher mit 16 MW. Hier kann ein Teil des tagsüber erzeugten Solarstroms gespeichert und bei Bedarf am Abend oder in der Nacht ins Stromnetz eingespeist werden.

Im September ging der Windpark Förderstedt in Betrieb, der als Gemeinschaftsprojekt des Mannheimer Energiekonzerns MVV, der Stadtwerke Staßfurt und Energie Mittelsachsen errichtet wurde. Er umfasst fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 30 MW.

Ursprünglich war geplant, hier auch einen Elektrolyseur zu bauen, der den Windstrom zur Produktion von grünem Wasserstoff nutzen sollte. Dieses Teilprojekt wurde wegen ungünstiger Rahmenbedingungen allerdings vorerst nicht umgesetzt.

 

Akzeptanz und Beteiligung

Beim Solarpark Zerbst und beim Windpark Förderstedt werden die Anliegerkommunen jeweils über die freiwillige Kommunalabgabe an den Stromerlösen beteiligt. Die Stadt Zerbst würde demnach jährlich 100.000 Euro erhalten. Der Stadt Staßfurt und Nachbarkommunen sollen vom Windpark Förderstedt 150.000 Euro pro Jahr ausgezahlt werden.

Inzwischen gilt in Sachsen-Anhalt auch schon eine verpflichtende Kommunalabgabe, mit der die Akzeptanz der Bevölkerung für Solar- und Windparks und ihre Beteiligung an den Stromerlösen gesichert werden soll. Dazu hatte der Landtag im September das Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen.

 

Lesen Sie auch:

Solar- und Windstrom-Gelder für Gemeinden in Sachsen-Anhalt

Windenergie-Ausbau und Beteiligungsgesetze

Hintergrund-Berichte zu erneuerbaren Energien