Die European Energy Exchange sieht sich inzwischen als weltweit größte Stromhandels-Plattform. In Skandinavien und Japan stellt sie sich auf kleinteilige Preiszonen ein. In Deutschland lehnt sie eine kurzfristige Aufteilung der großen Preiszone ab.
Die Energiebörse EEX European Energy Exchange hat im Geschäftsjahr 2025 neue Rekordergebnisse bei Umsatz und Gewinn erreicht. Die Gesamterlöse der Gruppe wuchsen um 10 Prozent auf 737 Millionen Euro. Das bereinigte Jahresergebnis stieg um 6 Prozent auf 255 Mio. Euro. Dazu trugen vor allem wachsende Mengen im Strom- und Gashandel bei. Wie der Vorstandsvorsitzende Peter Reitz heute bei einer Onlinekonferenz berichtete, ist die EEX-Gruppe mit einem Handelsvolumen von 13.000 Terawattstunden im Jahr 2025 die weltweit größte Stromhandels-Plattform. Derzeit kommt sie beispielsweise in Skandinavien und Japan gut voran. In Nordeuropa kann sie Marktanteile von der US-amerikanischen Börse Nasdaq übernehmen, die sich dort aus dem Terminmarkt zurückgezogen hat. Reitz wies darauf hin, dass es in den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark insgesamt zwölf Preiszonen für den Strombörsen-Handel gibt. Für alle zwölf Preiszonen habe EEX schon im Jahr 2024 spezielle Terminmarkt-Produkte eingeführt, die sogenannten „Zonal Futures‟. Auch die Kontakte vor Ort wurden ausgebaut. In Dänemark und Finnland gab es schon lange Büros und Kundenbetreuer. Nun kamen auch Büros in Schweden und Norwegen dazu. In Japan wurde der Strommarkt liberalisiert, so dass dort der Börsenhandel mit Strom einen kräftigen Aufschwung erlebt. Hier war EEX zunächst in den Preiszonen von Tokio und Kansai aktiv. Jetzt erschließt sie außerdem die Preiszone der Region Chubu. Während die Strombörse sich auf unterschiedliche Preiszonen im Ausland einstellt, lehnt sie die Vorschläge für eine Aufteilung der großen deutsch-luxemburgischen Preiszone weiter ab. Ein Konzept dafür hatten die europäischen Betreiber der Strom-Übertragungsnetz vor einem Jahr vorgelegt. Eigentlich hätten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union innerhalb von sechs Monaten darüber entscheiden sollen, was sie bisher nicht getan haben. Auch Börsenchef Reitz sieht keine Signale dafür, dass es in absehbarer Zeit zu einer politischen Entscheidung dazu kommt. „Ich glaube, dass es keine gute Idee ist, an den Preiszonen kurzfristig Änderungen vorzunehmen‟, sagte er. An den EEX-Märkten würden sich die Händler bis zu zehn Jahre im Voraus absichern. Sie brauchten die Sicherheit, dass die Preiszone, in der sie das tun, auch in zehn Jahren noch besteht. Auch der Handel mit Erdgas hat wieder zugelegt, nachdem es im Vorjahr noch eine kleine Wachstumsdelle gegeben hatte. Im europäischen Spothandel mit Erdgas – also dem Handel für kurzfristige Lieferungen – sieht sich die EEX-Gruppe ebenfalls in einer führenden Position. Zuletzt konnte sie ihren Gashandel auf die Marktgebiete von Estland, Lettland, Litauen und Finnland erweitern. Damit ist es den Händler aus diesen Ländern nun möglich, Gas auf anderen europäischen EEX-Gasmärkten zu kaufen. Umgekehrt stehen die finnisch-baltischen Märkte für die EEX-Händler offen. Ein kleines, aber stark wachsendes Geschäftsfeld sind Herkunftsnachweise für grünen Strom aus Sonne, Wind und Biomasse. Die EEX-Gruppe registriert diese Nachweise und ermöglicht den kurz- und langfristigen Handel mit den entsprechenden Zertifikaten. Dieser Handel habe sich sehr erfolgreich entwickelt, sagte Reitz. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 sind die Handelsmengen an den Märkten der EEX-Gruppe kräftig gestiegen. Das trifft besonders auf den Monat März zu, als der Irankrieg für große Unsicherheiten auf den weltweiten Energiemärkten sorgte. Die Preisanstiege fielen allerdings deutlich geringer aus als in der Energiepreiskrise des Jahres 2022, berichtete der EEX-Chef. Im Gasmarkt seien die Preise zeitweise um bis zu 60 Prozent nach oben gegangen, seitdem aber auch schon wieder deutlich gesunken. Die Strommarkt-Preise hätten sich dagegen als relativ stabil erwiesen. Die weitere Entwicklung der Gaspreise aus heutiger Sicht kann Reitz an den aktuellen Preiskurven der EEX-Gasmärkte ablesen: „Der Markt erwartet, dass es Auswirkungen gibt auf die Versorgungslage in diesem Jahr, und dass das auch Auswirkungen auf das nächste Jahr hat, aber nicht langfristig.‟ Die EEX-Gruppe ist mit Börsen für Energie und andere Produkte sowie mit begleitenden Dienstleistungen in 42 Ländern aktiv. Zum Jahresende 2025 beschäftigte sie weltweit 1.266 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 669 am Hauptsitz Leipzig. Hier zahlt die EEX-Gruppe auch Gewerbesteuer an die Stadtkasse. Für das Jahr 2025 rechnet sie mit einem Betrag, der deutlich über die geleistete Vorauszahlung von 26 Mio. Euro hinausgeht.Keine Preiszonen-Entscheidung
Gashandel wächst wieder
Begrenzte Preisanstiege
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