Der jährliche Zubau von Solarstrom-Anlagen auf kommunalen Gebäuden in Leipzig war zuletzt nur noch halb so groß wie im Rekordjahr 2024. Als eine Ursache dafür gilt die schwierige Haushaltslage der Stadt.

 

Solarstrom-Anlage auf dem Dach der Gerda-Taro-Schule in Leipzig. Foto: Stefan Schroeter

Das Sonnenstrom-Ausbauprogramm für kommunale Gebäude in Leipzig kommt wieder deutlich langsamer voran. Im vergangenen Jahr 2025 seien sieben Gebäude mit Fotovoltaik-Anlagen ausgerüstet worden, teilte der Stadtkonzern LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft auf Anfrage mit. Insgesamt lag der Zubau bei 500 Kilowatt Peak.

Im Jahr 2024 war er noch doppelt so groß gewesen. Damit hatte Leipzig zeitweise ein Ziel des Ausbauprogramms erreicht, das der Stadtrat im Jahr 2021 beschlossen hatte. Demnach sollen jährlich Fotovoltaik-Anlagen mit 1 – 1,5 Megawatt Peak auf bestehende und neue kommunale Gebäude gebaut werden.

Umgesetzt wird dieses Programm von der LKE Leipziger Kommunale Energieeffizienz GmbH. Sie gehört als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Leipzig zum LVV-Konzernverbund.

Das zuletzt geringere Ausbautempo hat mehrere Ursachen. So werden die Dächer, die sich scheinbar für Solaranlagen eignen, zunächst gründlich überprüft. Mitunter muss dann die Dachhaut noch ertüchtigt werden, damit sie eine Solaranlage tragen kann.

Wann diese Ertüchtigung möglich wird, hängt auch von der aktuellen Haushaltslage der Stadt ab. Derzeit ist sie sehr schwierig – wie in vielen anderen Städten auch.

 

Schulen und ein neues Sportbad

Die zuletzt neu gebauten Anlagen verfügen über Spitzenleistungen von 25 bis 192 Kilowatt Peak. Sie wurden überwiegend auf bestehenden Gebäuden errichtet. Dazu gehören die Nachbarschaftsschule in Leipzig-Lindenau und die Kurt-Masur-Schule in der Südvorstadt. Hier sind Anlagen mit 44 und 98 kWp in Betrieb gegangen.

Mit dem Sportbad am Rabet ist auch ein Neubau mit einer Solaranlage ausgerüstet worden. Sie leistet 80 kWp.

Zum Jahresende 2025 waren in Leipzig insgesamt 45 kommunale Gebäude mit Fotovoltaik-Anlagen ausgerüstet. Sie leisten zusammen 2,65 Megawatt Peak und haben im Jahr 2024 bereits 2.000 Megawattstunden Strom erzeugt. Im laufenden Jahr 2026, wenn sie ganzjährig Strom produzieren, sollen es 2.600 MWh werden.

 

Günstiger Solar-Strompreis

Dieser Strom wird überwiegend in den Gebäuden verbraucht, auf denen die Anlagen installiert sind. Überschüssigen Strom speisen kleinere Anlagen gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Netz ein. Dafür ist die Stadtwerke-Tochtergesellschaft Netz Leipzig zuständig.

Der überschüssige Solarstrom aus größeren Anlagen, die eine Spitzenleistung von mehr als 100 Kilowatt Peak haben, unterliegt der sogenannten Direktvermarktung. Das bedeutet, dass der Solarstrom über einen Dienstleister an der Strombörse verkauft wird. Für die LKE-Anlagen übernimmt das die Stadtwerke-Abteilung Energiehandel.

LKE ist auch dafür zuständig, die kommunalen Gebäude mit Strom zu beliefern. Für die Gebäude mit Solardächern gibt es dabei einen wirtschaftlichen Vorteil: Sie werden zu einem speziellen Solar-Strompreis beliefert, der günstiger ist als der übliche Strompreis für die anderen kommunalen Gebäude. Konkrete Angaben dazu machte LVV auf Anfrage allerdings nicht.

Für das laufende Jahr 2026 erwartet LVV, dass auf kommunalen Dächern neue Solarstrom-Anlagen mit insgesamt 800 kWp gebaut werden können. Als Grund für diesen weiterhin eingeschränkten Zubau wird die aktuelle Haushaltslage der Stadt genannt.

 

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