Ein Magdeburger Unternehmen hat einen vollautomatisierten Recyclingprozess für kristalline Fotovoltaik-Module entwickelt. Dabei kann es die enthaltenen Materialien mit „sehr hohen Qualitäten‟ zurückgewinnen.

 

Solarmodule liefern 20 Jahre oder länger Sonnenstrom. Danach müssen sie recycelt werden. Symbolfoto: Stefan Schroeter

Ergänzt. Das Magdeburger Unternehmen Solar Materials hat einen vollautomatisierten Recyclingprozess für kristalline Fotovoltaik-Module entwickelt. Damit kann es die enthaltenen Rohstoffe wie Silber, Silizium, Glas und Aluminium zurückgewinnen. Für sein nachhaltiges Geschäftsmodell ist das Unternehmen im Oktober mit dem Aura-Award 2025 des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden.

Solar Materials kann die Materialien nach eigenen Angaben mit „sehr hohen Qualitäten‟ aus den Modulen zurückgewinnen. In dem Prozess werden zunächst Aluminiumrahmen, Kupferkabel und Anschlussdosen demontiert. Sie werden an Metallschmelzen geliefert, die daraus Kupfer und Aluminium gewinnen.

Das Solarglas, das die Module gegen Beschädigungen geschützt hatte, kann in reiner Form abgelöst und als Glasbruch an Glasschmelzen geliefert werden. Dort lässt es sich beispielsweise zu Fensterglas verarbeiten.

Silizium wird ebenfalls als Staub zurückgewonnen und mit einer Reinheit von 85 bis 95 Prozent an die Aluminiumindustrie geliefert. Dort dient es als Legierungselement bei der Produktion des Leichtmetalls.

Die Solarmodule enthalten auch kleine Mengen des Edelmetalls Silber. Bei Solar Materials wird es in Form von angereichertem Staub extrahiert und an Silberraffinerien übergeben.

 

Ausbau in Magdeburg und Italien

Mit seinen bestehenden Anlagen kann das Unternehmen jährlich bis zu 7.000 Tonnen Solarmodule verarbeiten. Derzeit bereitet es sich darauf vor, seine Kapazität am Magdeburger Standort bis zum nächsten Jahr 2026 zu verdreifachen.

Gleichzeitig baut Solar Materials auch Wiederaufbereitungs-Anlagen in Italien auf. Weitere Anlagen in Großbritannien und die Benelux-Staaten könnten folgen.

Mit seinen Ausbauplänen bereitet sich das Unternehmen darauf vor, dass zunehmend große Mengen alter Fotovoltaik-Module auf den Recycling-Markt kommen. Der Grund dafür ist, dass der deutsche Fotovoltaik-Markt vor 20 Jahren ein starkes Wachstum begonnen hatte.

Für die damals verbauten Module läuft nun die Einspeisevergütung aus, auch ihre Leistung hat inzwischen deutlich nachgelassen. Deshalb werden sie nun oft durch neue, leistungsstärkere Module ersetzt.

In der letzten Zeit waren es schon deutlich mehr als 10.000 Tonnen Solarmodule pro Jahr, die abgebaut und zum weitaus größten Teil recycelt wurden. Diese Mengen werden weiter steigen: Wissenschaftler rechnen damit, dass im Jahr 2030 mehr als 400.000 Tonnen wieder aufgearbeitet werden müssen.

 

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