Mittelständische Unternehmen zahlen heute in vielen Regionen höhere Strompreise als vor einem Jahr. In einigen Netzgebieten gibt es aber auch deutliche Entlastungen.

 

Für mehr erneuerbarer Energien müssen die Stromnetze ausgebaut werden. Die Netzbetreiber in den Ausbauregionen werden jetzt entlastet und können die Netzentgelte senken. Foto: Stefan Schroeter

Die Strompreise für mittelständische Unternehmen sind in den vergangenen zwölf Monaten im bundesweiten Durchschnitt gestiegen. Dabei gab es in den einzelnen Regionen sehr unterschiedliche Entwicklungen. Das geht aus dem aktuellen Strompreis-Vergleich des VEA Bundesverbands der Energie-Abnehmer hervor.

Im bundesweiten Durchschnitt ist demnach der Mittelstands-Strompreis seit Juli 2024 um acht Prozent auf 18,19 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Als maßgebliche Ursache dafür werden höhere Großhandels-Strompreise genannt.

Die ermittelten Strompreise enthalten die Netzentgelte, die Kosten für die Strombeschaffung und die Marge für die Lieferanten sowie alle Umlagen. Nicht enthalten sind die Stromsteuer von 2,05 Cent/kWh und die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die zusätzlich fällig werden.

In den einzelnen Regionen sind die Mittelstands-Strompreise weiterhin unterschiedlich hoch. Das liegt daran, dass die Entgelte für die Netznutzung in den einzelnen Gebieten deutlich auseinandergehen.

Dabei gab es zuletzt größere Verschiebungen zwischen den Netzgebieten. Das liegt daran, dass seit dem Jahresanfang 2025 Kostenentlastungen an Netzbetreiber verteilt werden, die besonders viele Anlagen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien angeschlossen haben.

 

Wo Strompreise sinken und steigen

Ihnen sind in den vergangenen Jahren durch den notwendigen Netzumbau erhebliche Kosten entstanden, die sich bisher in hohen Netzentgelten und folglich auch in hohen Strompreisen niedergeschlagen hatten. Nun werden sie entlastet und können die Netzentgelte senken. Damit können die Stromlieferanten ihren Kunden in diesen Netzen auch günstigere Strompreise anbieten.

Das wird besonders deutlich in Westmecklenburg, im Gebiet von Wemag Netz. Hier waren die Mittelstands-Strompreise im Juli 2024 noch mit 20 Cent/kWh am teuersten im VEA-Preisvergleich. Nun sind sie auf 17 Cent gesunken und liegen an siebter Stelle der günstigsten Preise.

Spürbare Preissenkungen gab es auch in den Gebieten von Schleswig-Holstein Netz und von Edis Netz. Umgekehrt waren größere Preisanstiege bei der Pfalzwerke Netzgesellschaft und EWR Netz in Rheinland-Pfalz sowie bei AVU Netz in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen.

Am günstigsten sind die Mittelstands-Strompreise mit 15 Cent weiterhin bei Stadtwerke Kiel Netz. Danach folgen EWE Netz in Niedersachsen und Edis Netz in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Der VEA-Preisvergleich umfasst insgesamt 50 große Netzgebiete in Deutschland. Damit wird dem Verband zufolge ein erheblicher Teil des deutschen Stromnetzes abgedeckt. Untersucht werden 15 typische Abnahmefälle für die Vollstromversorgung.

 

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