Die Abwärme von Hochleistungs-Computern der Technischen Universität wird nun zur Fernwärme-Produktion genutzt. Dafür sorgen drei Großwärmepumpen, die mit zertifiziertem Ökostrom betrieben werden.

 

Das Rechenzentrum der Technischen Universität Dresden. Archivfoto 2025: Stefan Schroeter

In Dresden wird seit einigen Monaten die Abwärme eines Rechenzentrums genutzt, um Fernwärme für die Stadt zu erzeugen. An diesem Gemeinschaftsprojekt haben der Energieversorger Sachsenenergie, die Technische Universität Dresden und der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement seit dem Jahr 2023 gearbeitet. Nach ihren Angaben ist es eines der ersten Abwärmeprojekte dieser Art in Deutschland.

Als Wärmequelle dienen die Hochleistungs-Computer des TU-Rechenzentrums. Damit sie nicht überhitzen, müssen sie gut gekühlt werden. Dabei entsteht Abwärme mit einer Temperatur von bis zu 55 Grad Celsius. Ein kleiner Teil dieser Abwärme wurde bisher schon in den Wintermonaten dazu genutzt, umliegende Hochschulgebäude zu beheizen.

Nun kann die Abwärme ganzjährig für die Fernwärme-Erzeugung von Sachsenenergie genutzt werden. Damit sie in sein Netz eingespeist werden kann, muss sie auf das dort übliche Temperaturniveau von 90 Grad Celsius angehoben werden. Diese Aufgabe übernehmen drei strombetriebene Großwärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 3,9 Megawatt in einem neu errichteten Technikgebäude.

Sachsenenergie rechnet derzeit damit, dass die Wärmepumpen 4.600 Megawattstunden Strom pro Jahr benötigen werden. Dafür will das Unternehmen zertifizierten Ökostrom einsetzen, der vollständig aus erneuerbaren Energien stammt – also aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse oder Erdwärme.

 

Vermiedener Kohlendioxid-Ausstoß

Auf diese Weise sollen bis zu 24.000 Megawattstunden Nutzwärme pro Jahr erzeugt und ins städtische Fernwärmenetz eingespeist werden. Das entspricht dem Bedarf von 3.700 Haushalten in Dresden. Gleichzeitig werden rund 2.700 Tonnen Kohlendioxid vermieden, die sonst bei der Erzeugung der Fernwärme in Gaskraftwerken ausgestoßen würden.

In den Sommermonaten wird es dann auch nicht mehr notwendig sein, die überschüssige Abwärme der Computer an die Umgebung abzugeben. Diese Rückkühlung war durch Luftkühler auf dem Dach des Rechenzentrums erfolgt und mit einem CO2-Ausstoß von 65 Tonnen pro Jahr verbunden.

Sachsenenergie investiert für die Wärmepumpen-Anlage insgesamt 4,4 Millionen Euro, die mit Bundesmitteln von 2,1 Millionen Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert werden. Für das Gemeinschaftsprojekt sind die beteiligten Partner bereits im November 2024 mit dem Energieeffizienz-Preis der Deutschen Energie-Agentur ausgezeichnet worden.

 

Lesen Sie auch:

Klimaneutrale Fernwärme aus der Raffinerie Leuna für Leipzig

Kleine Fortschritte beim neuen „Nutzen statt Abregeln‟

Hintergrund-Berichte zu Fernwärme