In Stralsund und Leipzig sind zuletzt besonders große Solarthermie-Anlagen in Betrieb gegangen. Diese Anlagen können vor allem im Sommer einen wesentlichen Beitrag zur Fernwärme-Versorgung leisten.

 

Die Solarthermie-Anlage Leipzig-West. Foto: Stefan Schroeter

Der Bau von großen Solarthermie-Anlagen für Wärmenetze hat sich zuletzt wieder deutlich besser entwickelt. Im vergangenen Jahr 2025 seien elf Anlagen mit insgesamt 70.000 Quadratmeter Brutto-Kollektorfläche und 42 Megawatt Leistung in Betrieb gegangen, teilte das Stuttgarter Forschungsinstitut Solites mit. Das ist deutlich mehr als im vorherigen Jahr 2024, als nur drei Anlagen mit 10.000 m² Brutto-Kollektorfläche mit der Produktion von Solarwärme beginnen konnten.

Zu den größten Anlagen, die im Jahr 2025 den Betrieb aufnahmen, gehört die Solarthermie-Anlage der Stadtwerke Stralsund. Hier wurden Vakuum-Röhrenkollektoren mit 24.000 m² Fläche installiert, die jährlich 11 Gigawattstunden solare Fernwärme erzeugen sollen. Die Solarthermie-Anlage ist mit einem Block-Heizkraftwerk und einem Wärmespeicher gekoppelt.

In den meisten neuen Anlagen wird die Solarwärme mit Vakuum-Röhrenkollektoren erzeugt. Die neuen Anlagen in Bracht (12.000 m2) und Edingen (3.000 m2), beide in Hessen, sowie Föhr (3.000 m2) in Schleswig-Holstein nutzen dazu Flachkollektoren.  

Im laufenden Jahr 2026 gingen bisher zwar nur zwei weitere Anlagen in Betrieb. Allerdings erreichen sie zusammen schon ähnliche Flächen- und Leistungszahlen wie alle Anlagen des Vorjahres. Allein die Solarthermie-Anlage Leipzig-West kommt auf eine Brutto-Kollektorfläche von 65.000 m² und eine Spitzenleistung von 41 MW. 

Damit ist sie Deutschlands größte Solarthermie-Anlage. Im Sommer soll sie mit ihren Röhrenkollektoren ein Fünftel des Leipziger Fernwärme-Bedarfs decken können. Auf das gesamte Jahr gerechnet, sind es zwei Prozent.

Außerdem ging im laufenden Jahr 2026 die Solarthermie-Anlage Waldalgesheim in Rheinland-Pfalz in Betrieb. Sie arbeitet ebenfalls mit Vakuum-Röhrenkollektoren auf einer Fläche von 1.900 m².

 

Solarwärme für Industrieprozesse

Wie Solites weiter berichtet, sind damit im September 2026 insgesamt 75 solare Wärmenetze in Deutschland in Betrieb. Sie verfügen zusammen über 339.000 m² Brutto-Kollektorfläche und 222 MW thermische Leistung. Zwei der Anlagen – in Bad Rappenau und Dettenhausen, beide in Baden-Württemberg – speisen nicht nur in solare Wärmenetze ein, sondern liefern auch Wärme für industrielle Prozesse.

Aktuell werden sieben weitere Anlagen in verschiedenen Bundesländern geplant und gebaut. Sie sollen insgesamt über 53.000 m² Brutto-Kollektorfläche und 32 MW Leistung verfügen.

Zur Einordnung der Zahlen weist Solites darauf hin, dass der Ausbau noch auf einem sehr niedrigen Niveau erfolgt. Das Beratungsunternehmen Prognos hatte im Jahr 2024 eine Studie zur Zukunft der Fernwärme vorgelegt, der zufolge die Solarthermie im Jahr 2045 eine jährliche Wärmemenge von vier Terawattstunden bereitstellen könnte. 

Um dies zu erreichen, müssten jährlich 500.000 m² Brutto-Kollektorfläche in Betrieb genommen werden. Das wäre deutlich mehr, als bisher überhaupt schon zugebaut worden ist.

 

Lesen Sie auch:

Solarenergie für die Leipziger Fernwärme

Prozessdampf aus überschüssigem Solar- und Windstrom

Hintergrund-Berichte zu erneuerbaren Energien

 

 

Mit notwendigen Cookies funktioniert diese Webseite am besten. Ganz ohne Cookies klappt nicht alles.