Die Spitzenkandidatin von Bündnis90/Die Grünen setzt sich für eine gemeinsame Strompreiszone mit mehreren Nachbarländern ein. Auch CDU und Linkspartei treten in ihren Wahlprogrammen dafür ein.
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt haben sich Bündnis90/Die Grünen für eine Aufteilung der einheitlichen Strompreiszone ausgesprochen. Sachsen-Anhalt könnte gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen eine gemeinsame Strompreiszone bilden, schlug Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz vor. Diese Länder seien in erneuerbaren Energien stark, sagte sie im Radiosender MDR Aktuell. Wenn sie eine gemeinsame Strompreiszone bilden würden, könnte der Strom dort sehr günstig sein, wo er aus erneuerbaren Energie produziert werde. „Das ist tatsächlich eine Frage von Fairness‟, so die Spitzenkandidatin. Über eine Aufteilung der einheitlichen deutsch-luxemburgischen Preiszone im Strom-Großhandel wird seit einigen Wochen wieder verstärkt diskutiert. Das Startsignal dafür gab der bündnisgrüne Länderrat im Juni, als er bei seiner Tagung in Sassnitz einen Beschluss dazu fasste. Diese Idee wird auch von Politikern anderer Parteien unterstützt. Dabei zeigen sich vor allem regionale Unterschiede. So setzen sich die Regierungen der ost- und norddeutschen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein schon seit Jahren dafür ein. In ihren Ländern wird viel Solar- und Windstrom produziert, der nur eingeschränkt über größere Strecken transportiert werden kann. Der überschüssige Strom ist in einer einheitlichen Preiszone auch am Ort seiner Produktion zu teuer, um genutzt zu werden. Deshalb müssen die Anlagen oft abgeregelt werden. In einer regionalen Strompreiszone würden die Überschüsse hier zu sinkenden Preisen im Strom-Großhandel führen. Damit könnten die Überschüsse vor Ort besser genutzt werden und wirtschaftliche Vorteile ermöglichen. Starke Widerstände gegen eine Aufteilung gibt es in den süd- und westdeutschen Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Sie rechnen mit höheren Strompreisen in ihren Regionen, in denen oft deutlich mehr Strom verbraucht als erzeugt wird. In der Bundespolitik wird die einheitliche Strompreiszone bisher mit großer Vorsicht behandelt. Die aktuelle Bundesregierung von CDU/CSU und SPD hält in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich an ihr fest. Dabei war zuletzt Bewegung bei der SPD erkennbar: Ihre energiepolitische Sprecherin Nina Scheer zeigte sich durchaus aufgeschlossen dafür, über regionale Strompreiszonen nachzudenken. Auf der Bundesebene könnte es Unterstützung aus der Linkspartei geben: Sie hatte sich in einem Bundestags-Antrag dafür ausgesprochen. Im Landtags-Wahlkampf von Sachsen-Anhalt könnte dieses Thema auch noch eine größere Rolle spielen. Denn in ihren Wahlprogrammen setzen sich nicht nur die Bündnisgrünen und die Linkspartei für regionale Strompreiszonen ein, sondern auch die CDU. Die Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt.Widerstände im Süden und Westen
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