Das Heizungssystem des Gebäudeensembles im Leipziger Stadtteil Gohlis ist grundlegend umgebaut und mit Wärmepumpen ausgerüstet worden. Der Wärmeverbrauch sank deutlich, und der Kohlendioxid-Fußabdruck konnte sogar halbiert werden.

 

Die Wärmepumpen tragen die Hauptlast der Wärmeerzeugung. Foto: Stefan Schroeter

Im Juni ist es im hinteren Bereich des Kulturhofs Gohlis ruhig. Die beiden Luft-Wärmepumpen hier stehen still. Erst wenn es im Herbst deutlich kühler wird, gehen diese strombetriebenen Aggregate wieder in Betrieb.

In den kälteren Monaten des Jahres tragen sie überwiegend zur Wärmeversorgung von drei Gebäuden bei, in denen sich eine Musikschule, ein Konzertsaal, Werkstätten und ein Café befinden. „Die Wärmepumpen liefern 65 Prozent der Heizwärme‟, berichtet der Eigentümer des Kulturhofs, Michael Plättner. Der übrige Wärmebedarf wird von zwei Block-Heizkraftwerken und einem Brennwertkessel gedeckt, die Flüssiggas und Erdgas als Brennstoff nutzen.

Die beiden BHKW, die neben der Wärme auch Strom produzieren, gehören schon länger zum Anlagenpark des Kulturhofs. Die Wärmepumpen und der Brennwertkessel sind dagegen ziemlich neu. Sie kamen erst beim Umbau des Heizungssystems im Jahr 2024 dazu.

 

Bedarfsgerechte Regelung

Dabei wurde ein älterer Gaskessel durch die neuen Wärmeerzeuger ersetzt. Auch das Heizungssystem ist grundlegend umgebaut worden. Bis dahin gab es für die drei Gebäude des Kulturhofs einen gemeinsamen Heizungskreislauf, der sich nur begrenzt regeln ließ. Nun erhielt jedes Gebäude einen eigenen Heizungskreislauf, der jeweils bedarfsgerecht eingestellt und damit effizienter betrieben werden kann.

Plättner berichtet, dass der Heizwärme-Jahresverbrauch des Kulturhofs durch die Modernisierung deutlich zurückgegangen ist. Er sank um 14 Prozent auf 249.300 kWh im Jahr 2025.

Damit ist die Wärmeversorgung des Kulturhofs auch deutlich klimafreundlicher geworden. Der Kohlendioxid-Fußabdruck des Heizungssystems konnte um reichlich die Hälfte auf 29 Tonnen CO2-Einheiten gesenkt werden. Der Eigentümer führt das vor allem auf die Wärmepumpen zurück, die zertifizierten Grünstrom nutzen, um Wärmeenergie aus der Umgebungsluft zu gewinnen.

In die Modernisierung des Heizungssystems im Jahr 2024 hat er insgesamt 180.000 Euro investiert. Dazu gab es einen Zuschuss von knapp 55.000 Euro aus einem Förderprogramm des Bundes.

In welchem Zeitraum sich diese Investition durch eingesparte Energiekosten bezahlt machen kann, ist schwierig abzusehen. Denn das hängt stark davon ab, wie sich die schwer kalkulierbaren Preise für Energieträger und CO2 entwickeln werden. „Wenn sich die Modernisierung in 15 Jahren amortisieren würde, wäre ich zufrieden‟, sagt Plättner dazu.

 

Solarstrom vom Dach

Zur Stromversorgung des Kulturhofs tragen schon länger die beiden BHKW bei, die insgesamt 11 Kilowatt leisten. Im Jahr 2022 kam eine größere Solarstrom-Dachanlage mit einer Spitzenleistung von 30 Kilowatt dazu. Diese beiden Stromerzeuger sind mit einem Batteriespeicher gekoppelt, der 20 Kilowattstunden Elektroenergie aufnehmen kann. „Damit können wir 80 Prozent des Stroms, den wir selbst erzeugen, auch selbst verbrauchen‟, berichtet der Eigentümer.

 

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