Die schnell wachsende dezentrale Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zwingt die Betreiber von Hochspannungsnetzen in Sachsen-Anhalt und in anderen ostdeutschen Regionen zu hohen Investitionen. Sie werden von den Netzeigentümern vorfinanziert, doch die endgültige Rechnung bezahlen die regionalen Stromkunden über ihre Netzentgelte.



Die SWL Stadtwerke Leipzig haben ihr Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk in den vergangenen vier Jahren in zwei Schritten gründlich modernisiert. Um die Anlage weiterhin für die Wärmeversorgung nutzen und mehr lukrative Regelenergie produzieren zu können, investierten sie insgesamt 40 Millionen Euro.



Das Vestas-Rotorblattwerk Lauchhammer bezieht seinen Strom auf der physischen Ebene überwiegend von einem Biomethan-Kraftwerk auf dem eigenem Gelände und von einem nahen Windrad. Auf der wirtschaftlichen Ebene erweist sich das Strombezugs-Modell als deutlich schwieriger.

Beim Braunkohlentag in Leipzig berichteten die Unternehmen der Branche über gut ausgelastete Kraftwerke und geplante Tagebau-Erweiterungen. Konventionelle Kraftwerke würden auch nach dem Kernkraft-Ausstieg noch gebraucht, hieß es. Danach werde sich das Stromsystem weiter wandeln.

Nach einem Regierungsbeschluss ist der Bau der ersten beiden Kernkraftwerke in Polen wieder etwas konkreter geworden. Doch zwei Greenpeace-Studien zeigen große Risiken: Bei einem schweren Unfall könnte der radioaktive Niederschlag weite Gebiete im Land selbst und in seinen Nachbarländern unbewohnbar machen.

Die bestehenden Starkstromleitungen reichen nicht aus, um den wachsenden Stromüberschuss Ostdeutschlands in die verbrauchsstarken Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zu transportieren. Der Bau der Südwest-Kuppelleitung durch den Thüringer Wald nach Bayern kommt nur schrittweise voran, und neue Leitungspläne stoßen auf den Widerstand der Landesregierung.

Preisgünstiger Strom aus vier Windrädern deckt im Leipziger BMW-Werk einen Teil des Strombedarfs und reicht für die künftige Produktion der neuen Elektrofahrzeuge aus. Die Einbindung der schwankenden Ökostrom-Mengen in das Werksnetz war offenbar ganz unkompliziert.

Das  DIW Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin geht davon aus, dass künftige Überschüsse an Solar- und Windstrom weitgehend durch ein flexibles Stromsystem aufgefangen werden können. Seine Annahmen zum künftigen Betrieb von Gaskraftwerken, zum Stromexport und zum Netzausbau beißen sich allerdings mit der aktuellen Situation in der Energiewirtschaft.

Der tschechische Energie- und Industriekonzern EPH hat beim ostdeutschen Bergbauunternehmen Mibrag eine Übernahmepraxis demonstriert, wie sie von kurzfristig orientierten Finanzinvestoren bekannt ist. Zuletzt hat EPH über Mibrag das Braunkohlekraftwerk Buschhaus übernommen, und weitere Übernahmen sind durchaus denkbar.

Der russische Energiekonzern Gasprom und seine deutschen Partner können die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung Opal wegen Auflagen der Europäischen Kommission nur mit der halben Transportleistung nutzen. Die Möglichkeit, diese Beschränkung durch ein Gasfreigabe-Programm in Tschechien aufzuheben, nutzt Gasprom bisher nicht.

Im Projektbündnis Ibi hat sich der eigentlich vorgesehene Investor für einen Synthesegaserzeuger am Chemiestandort Leuna zurückgezogen. Die verbliebenen Partner wollen nun zunächst die übrigen Verfahren der Prozesskette entwickeln, führen aber auch Gespräche mit anderen Herstellern von Synthesegaserzeugern.

Die Leipziger Energiebörse EEX European Energy Exchange will mehr Transparenz in den europaweiten Handel mit Herkunftsnachweisen für Wasser- und Windkraft bringen. Doch die bloße Umetikettierung von Graustrom bleibt bei näherer Betrachtung unglaubwürdig. Sie bringt keinen echten Fortschritt für die Marktintegration von Ökostrom, der in Deutschland physisch erzeugt wird und über Netzengpässe transportiert werden muss.

Zwischen Thüringen und Bayern gibt es einen großen Stromleitungs-Engpass, der den eigentlich notwendigen Transport von Ostdeutschland nach Süddeutschland stark einschränkt. Damit dennoch in ganz Deutschland ein einheitlicher Strombörsen-Preis ermittelt werden kann, nutzen die Übertragungsnetz-Betreiber zunehmend den sogenannten „Redispatch“. Die steigenden Mehrkosten für diesen eigentlich marktfremden Eingriff tragen kleine und mittelgroße Stromkunden.

In Deutschland greifen die Übertragungsnetz-Betreiber zunehmend in den Strommarkt ein, um trotz unterschiedlicher regionaler Marktsituationen künstlich einen einheitlichen Strombörsen-Preis aufrecht zu erhalten. In Nordeuropa ermittelt die Strombörse Nordpool Spot dagegen für viele kleine Marktgebiete situationsgerechte Preise. Doch dieses Modell sei nicht auf Kontinentaleuropa übertragbar, meint die Bundesnetzagentur.

Neue Fertigungsmethoden und Techniken können den Energie- und Materialverbrauch in der Automobil- und Zulieferindustrie deutlich senken. Dabei kann es sinnvoll sein, etablierte Fertigungsprozesse schrittweise zu optimieren. Die größten Einsparungen sind allerdings dann möglich, wenn der Produktionsablauf vollkommen neu durchdacht wird.

Die Betreiber von Braunkohle-Großkraftwerken füllen teilweise die Lücke, die nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken entstanden ist. Da die Bedeutung des heimischen Brennstoffs für die Energiewirtschaft steigt, ist ein näherer Blick auf seine Umweltbelastungen angebracht.