Der Betreiber des russischen Strom-Großmarktes hatte Projekte für Solar-, Wind- und Wasserkraft ausgeschrieben. Dabei wurde nur ein Teil der vorgesehenen Kraftwerksleistung vergeben.



Russland hat damit begonnen, ein spezielles Vergütungssystem für Strom aus erneuerbaren Energien einzuführen. Dabei werden für mehrere Jahre im Voraus bestimmte Kraftwerksleistungen für Wind-, Solar- und kleine Wasserkraft ausgeschrieben, die Strom an den Großmarkt liefern sollen. Der Administrator des Handelssystems (Russisch: Administrator Torgowoj Sistemy – ATS), der den russischen Strom-Großmarkt betreibt, hat bei der ersten derartigen Ausschreibung im September die Kraftwerksleistungen für die Jahre 2014 bis 2017 angeboten. Zu vergeben waren dabei insgesamt 1,1 Gigawatt Windkraft, 710 Megawatt Fotovoltaik und 292 MW kleine Wasserkraft.

Für Bau und Betrieb der Anlagen gelten jeweils spezielle Kostengrenzen. Außerdem ist für die Anlagen ein bestimmter Anteil lokaler Wertschöpfung vorgeschrieben, der je nach Technik und erstem Betriebsjahr zwischen 20 bis 70 Prozent liegen soll. Eine weitere Bedingung war, dass die Investoren bereits am Strom-Großmarkt teilnehmen oder sich dort neu registrieren. Wie die Zeitung Kommersant berichtete, wurde kleineren Unternehmen die Möglichkeit eingeräumt, dazu Partnerschaften mit den großen Kraftwerksgesellschaften einzugehen, was allerdings nicht in jedem Fall gelang. In welcher Weise die Vergütung erfolgen soll, geht aus den verfügbaren Informationen nicht klar hervor. Möglicherweise werden den Betreibern die jeweiligen Investitionen und Betriebskosten über 15 Jahre erstattet.

Bei der Ausschreibung im September genehmigte ATS nur Projekte für einen Teil der möglichen Kraftwerksleistung. Dazu gehören Projekte für Fotovoltaik mit insgesamt 399 MW und für Windkraft mit 105 MW. Bei der kleinen Wasserkraft gab es keinen Zuschlag. Zu den erfolgreichsten Unternehmen gehört Avelar, eine Tochter der Renova-Gruppe, die allein 12 Solarparks mit 99 MW vereinbaren konnte. Renova betreibt bereits gemeinsam mit dem Staatskonzern Rosnano ein Werk für Dünnschicht-Solarmodule in Tatarstan. Die Partner haben sich vorgenommen, bis 2020 in Russland Solarparks mit insgesamt 600 MW zu errichten.

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