Die Stromproduktion aus Braunkohle ist nach der Abschaltung von acht deutschen Atomkraftwerken wieder deutlich gestiegen. Das ist ein Grund, den Einfluss der Braunkohlewirtschaft auf die Umwelt einmal näher zu betrachten.



Die bundesweite Produktion von  Braunkohlestrom ist im vergangenen Jahr 2012 um sechs Prozent auf 159 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Das ermittelte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Die Betreiber von Braunkohle-Großkraftwerken erweisen sich damit als Gewinner der Energiewende, in deren Verlauf bisher acht Atomkraftwerke abgeschaltet worden sind. Der fehlende Atomstrom wird nun teilweise durch Braunkohlestrom ersetzt.

Der Siegeszug des Braunkohlestroms könnte in den nächsten Jahren weitergehen. Im vergangenen Jahr sind wieder neue Braunkohle-Großkraftwerke in Nordrhein-Westfalen und Sachsen in Betrieb gegangen, in Sachsen-Anhalt ist derzeit ein weiteres geplant. Und wenn bis zum Jahr 2022 die übrigen AKW abgeschaltet werden, ist es gut möglich, dass die Braunkohleverstromung noch einmal deutlich zulegt. Um die Kraftwerke in den nächsten Jahrzehnten mit Brennstoff versorgen können, wollen die Braunkohle-Förderer Mibrag, RWE und Vattenfall ihre bestehenden Tagebaue noch beträchtlich erweitern und neue Abbaugebiete erschließen. Allein RWE und Vattenfall planen deshalb bereits langfristig die Umsiedlung von 8.000 Menschen.

Zu den Heimatverlusten der regionalen Bevölkerung kommen tiefe Eingriffe in den regionalen Wasserhaushalt. Um die Braunkohle im Tagebau fördern zu können, muss das Grundwasser in weiten Gebieten trichterförmig abgesenkt werden. Das oberflächennahe Grundwasser versauert für mehrere Jahrzehnte und kann nicht mehr zur Trinkwasser-Gewinnung genutzt werden.

Braunkohle-Kraftwerke stoßen auch mit relativ moderner Technik noch deutlich größere Mengen Luftschadstoffe aus als Kraftwerke, die andere Energieträger verbrennen. Im Blickpunkt stand dabei bisher der hohe Ausstoß von Kohlendioxid. Seine schädliche Wirkung schlägt sich nur zu einem kleinen Teil in den Kosten für CO2-Zertifikate nieder, die Betreiber von Braunkohle-Kraftwerken kaufen müssen. Kürzlich sorgte auch eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace für Aufsehen, die giftige Emissionen aus Braun- und Steinkohle-Kraftwerken für gravierende Gesundheitsschäden in Deutschland und Europa verantwortlich machte.