Das Rohbiogas wird zunächst über eine Mikroleitung zum Block-Heizkraftwerk im Wohngebiet transportiert. Dort produziert ein Gasmotor verbrauchernah Strom und Wärme. 18/06/2012 


Die Fernwärmegesellschaft Querfurt und die Agrargenossenschaft Querfurt haben im Mai in ihrer Stadt bei Halle/Saale eine gemeinsame Biogasanlage mit angeschlossenem Block-Heizkraftwerk in Betrieb genommen. Wie das Leipziger Beratungsunternehmen Tilia Umwelt mitteilte, wurden die 3 Mio. Euro teuren Anlagen von Limnotec Abwasseranlagen aus Hille in Nordrhein-Westfalen errichtet. Die Biogasanlage produziert aus Schweinegülle, Rindermist und Maissilage jährlich 2 Mio. Kubikmeter Rohbiogas. Es wird über eine 2,5 Kilometer lange, 11 Zentimeter starke Mikro-Biogasleitung zum BHKW transportiert, das sich im Wohngebiet Querfurt-Süd befindet. Durch die verbrauchernahe Strom- und Wärmeerzeugung können Tilia zufolge die Übertragungsverluste klein gehalten werden.

Im BHKW ist ein Gasmotor TCG 2016 der Mannheimer Firma MWM installiert, der Strom und Wärme mit einer Leistung von jeweils 500 kW aus dem Rohbiogas erzeugt. Der Strom wird in das Netz des Regionalversorgers Enviam eingespeist und nach dem Erneuerbare Energien Gesetz mit 22,47 Cent/kWh vergütet. Die erzeugte Wärme sichert 30 Prozent des Wärmebedarfs im Wohngebiet Querfurt-Süd, das 2.000 Wohnungen umfasst. Die übrigen Wärmemengen liefert ein Erdgas-Heizhaus.

Die Biogasanlage gehört zu einem Zukunftskonzept für die Wärmeversorgung des Wohngebiets, das die Wohnungsgesellschaft Querfurt gemeinsam mit Tilia Umwelt erarbeitet hat und nun umsetzt. Nach diesem Konzept hatte die Wohnungsgesellschaft zunächst eine eigene Fernwärmegesellschaft gegründet, die dann in die Biogasanlage investieren konnte. Damit sollen die Wärmepreise zum einen weniger abhängig von den Erdgaspreisen werden. Zum anderen steigt die regionale Wertschöpfung. Als ein wichtiges Ziel sehen es die Partner jetzt an, angesichts sinkender Einwohnerzahlen den Wärmeabsatz langfristig zu stabilisieren. Dazu ist es nötig, bestehende Kunden zu binden und neue Kunden zu gewinnen.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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