© 2019 Stefan Schroeter, Energiejournalist, www.stefanschroeter.com


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Das Landes-Wirtschaftsministerium fördert ein Pilotprojekt im Solarpark Alt Daber, das einen Teil des erzeugten Stroms speichern und bedarfsgerecht zur Verfügung stellen soll. Künftig will es solche Speichertechnologien im industriellen Maßstab voranbringen.


An der Fotovoltaik-Freiflächenanlage Alt Daber / Wittstock in Brandenburg soll ein Batterie-Stromspeicher erprobt werden. Dafür hat das Landes-Wirtschaftsministerium einen Förderzuschuss von 376.000 Euro bereitgestellt. Dabei handele es sich um Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmittel, teilte das Ministerium mit. Den Zuschuss erhält das Solarpark-Unternehmen Belectric, das die verbleibenden Kosten für das 1,3 Millionen Euro teure Speicherprojekt aufbringt. Der Solarpark Alt Daber, der über eine Spitzenleistung von 68 Megawatt verfügt, war auch von Belectric projektiert, errichtet und im März 2012 in Betrieb genommen worden.

Der Batteriespeicher, der nun hier eingebaut werden soll, besteht aus zwei Containereinheiten. Die Leistung je Container beträgt 1.000 Kilowatt, die Speicherkapazität je Container liegt bei 950 Kilowattstunden. Dieses Speichervermögen soll ausreichen, um 550 Drei-Personen-Haushalte über die Nachtzeit mit Strom zu versorgen. Eingesetzt werden Blei-Säure-Batterien, deren Lebensdauer mit mindestens 3.000 Lade- und Endladezyklen angegeben wird. Um herstellerunabhängig Aussagen zum Verhalten des Speichers am Netz, zur tatsächlichen Lebensdauer des Batteriesystems und letztendlich zum Kosten-Nutzen-Effekt zu erhalten, soll das Vorhaben von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg wissenschaftlich begleitet werden.

Das Speicherprojekt in Alt Daber bezeichnet das Landes-Wirtschaftsministerium als erstes Projekt einer technologieoffenen Speicherinitiative, die dazu beitragen soll, Strom aus erneuerbaren Energien zu jedem Zeitpunkt des Tages bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen. In der EFRE-Förderperiode 2014- 2020 will das Ministerium solche Speichertechnologien im industriellen Maßstab fördern.

In Brandenburg gibt es bereits zwei Pilotprojekte für die Speicherung von Wind- und Solarstrom. In Prenzlau betreibt das Windkraft-Unternehmen Enertrag gemeinsam mit mehreren Partnern ein Hybridkraftwerk, in dem aus Windstrom der chemische Energieträger Wasserstoff produziert wird. Der Wasserstoff wird bei Bedarf in einem Block-Heizkraftwerk wieder zur Stromerzeugung genutzt und soll künftig auch in eine Ferngasleitung eingespeist werden können. Letztes praktiziert der Energiekonzern Eon bereits in Falkenhagen, wo er  ebenfalls Wasserstoff aus Windstrom produziert.

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