Der Autobauer BMW bezieht in seinem Werk Leipzig aus vier Windrädern den Strom, den er dort für seine künftige Elektrofahrzeug-Produktion braucht. Stromlieferant ist der Bremer Windspezialist WPD, der das Projekt umgesetzt hat und nun auch die Anlagen betreibt.


Das BMW-Werk Leipzig hat gestern vier Windräder auf dem Werksgelände offiziell in Betrieb genommen. Die Nordex-Windräder haben eine Spitzenleistung von jeweils 2,5 Megawatt und sollen gemeinsam jährlich 26 Gigawattstunden Strom erzeugen. BMW zufolge ist das mehr, als zur künftigen Produktion der Elektrofahrzeuge im Werk benötigt wird. Im Herbst dieses Jahres will der Autobauer hier die Serienproduktion des Elektrofahrzeugs i3 starten, im Frühjahr 2014 soll der Steckdosen-Sportwagen i8 folgen. Dabei kommt es dem Unternehmen darauf an, den Produktionsprozess durch eine Kohlendioxid-freie Energieversorgung nachhaltig zu gestalten.

Investor und Betreiber der Windräder auf dem Werksgelände ist der Bremer Windpark-Planer und Betreiber WPD. Mit ihm hat das BMW-Werk einen langjährigen Vertrag geschlossen, der die Abnahme des Stroms zu „günstigen Konditionen“ vorsieht. Wie der Autobauer weiter mitteilte, bleibt der Strom der Windräder komplett im Werk, ohne in das öffentliche Netz eingespeist zu werden. Er wird über eine Energiezentrale auf dem Werksgelände verteilt. Insgesamt decken die Windräder rund ein Fünftel des gesamten Strombedarfes im BMW-Werk Leipzig ab, hieß es. Nach früheren Angaben lag der gesamte Strombedarf des Werks im Jahr 2012 bei 122 Gigawattstunden. Die Windenergie kann auch in anderen Bereichen sowie zur Absicherung der Grundlast genutzt werden, wenn zum Beispiel die Produktion der Elektrofahrzeuge einmal ruhen sollte.

Die Windräder des Nordex-Typs N100 verfügen über einen Rotor-Durchmesser von 100 Metern und wurden auf 140 Meter hohen Türmen errichtet. WPD zufolge produzieren sie in dieser Höhe, verglichen mit dem bisher in der Branche üblichen 100 Meter hohen Standardturm, um bis zu 20 Prozent mehr Energie pro Jahr. Die höheren Türme sollen auch dazu führen, dass der unstete Windstrom mit einer größeren Verlässlichkeit erzeugt werden kann.

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