Der Windpark Salkhit in der Nähe der Hauptstadt Ulan Bator verfügt über eine Spitzenleistung von 50 Megawatt. An der Finanzierung ist die Europäische Entwicklungsbank beteiligt, die auch schon Nachfolgeprojekte prüft.


Der erste kommerzielle Windpark in der Mongolei ist in Betrieb gegangen. Das berichtet die Europäische Entwicklungsbank EBRD, die an dem Projekt und seiner Finanzierung beteiligt ist. Der Windpark Salkhit in der Nähe der Hauptstadt Ulan Bator verfügt über eine Spitzenleistung von 50 Megawatt und soll fünf Prozent des nationalen Stromverbrauchs decken. Der erzeugte Strom wird in das nationale Übertragungsnetz eingespeist.

Die Projektkosten liegen nach aktuellen EBRD-Angaben bei 120 Millionen US-Dollar (92 Mio. Euro). Davon finanziert EBRD gemeinsam mit der niederländischen Entwicklungsbank FMO eine Summe von 47,5 Mio. US-Dollar. Beide Banken sind auch an der Projektgesellschaft Clean Energy beteiligt, deren Mehrheitsgesellschafter der mongolische Mischkonzern Newcom ist. Weitere Anteile hält der US-amerikanische Technikkonzern General Electric, der für das Projekt 31 Windräder mit jeweils 1,6 MW Spitzenleistung geliefert hat. GE und Newcom steuern auch die übrige Finanzierung bei.

EBRD prüft derzeit weitere Windpark-Projekte in der Mongolei und kündigte bereits an, in dem Land weitere 50 Mio. US-Dollar in erneuerbare Energien zu investieren. Sie sollen einerseits Strom in das nationale Übertragungsnetz einspeisen. Andererseits will die Bank sich auch an größeren Ökostrom-Projekten in abgelegenen Regionen beteiligen, die keinen Anschluss an das Übertragungsnetz haben.

Ein weiteres Betätigungsfeld in der mongolischen Energiewirtschaft sieht die Entwicklungsbank darin, die Stromversorgung großer Bergbauprojekte im Süden des Landes zu gewährleisten. Dazu müssten Übertragungsleitungen oder Kraftwerke gebaut werden, heißt es in einem Strategiekonzept der EBRD. In den vergangenen Jahren haben nationale und internationale Unternehmen in der Mongolei verstärkt damit begonnen, große Kupfer- und Steinkohle-Lagerstätten zu erschließen. Der Abbau erfolgt meist im Tagebau und ist mit großen Umweltproblemen verbunden.