Der Energiekonzern Eon will an deutschen und russischen Selbstbedienungs-Großhandelsmärkten gasbetriebene Blockheiz-Kraftwerke bauen. Das Handelsunternehmen Metro senkt damit Energiekosten und Kohlendioxid-Ausstoß.


Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon und das ebenfalls dort ansässige Handelsunternehmen Metro Cash & Carry haben eine Partnerschaft zum Ausbau dezentraler Energien vereinbart. Dabei werde Eon zunächst an zwei deutschen und zwei russischen Märkten der Metro-Großhandelssparte gasbetriebene Blockheiz-Kraftwerke errichten, teilte der Energiekonzern mit. Diese Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme, die zum Heizen und zur Stromversorgung der Märkte eingesetzt werden. Die Stromleistung der Anlagen liegt je nach Standort zwischen 250 und 800 Kilowatt.

Weitere Anlagen an vier Standorten in Deutschland sowie bei Neueröffnungen von Metros Selbstbedienungs-Großhandelsmärkten in Russland befinden sich bereits in Planung. Während Eon die Anlagen plant, finanziert, baut und wartet, wird der Strom von Metro als Betreiber der Anlage erzeugt. Metro senke durch die Anlagen die Energiekosten der jeweiligen Standorte und verringere die Kohlendioxid-Emissionen um bis zu 20 Prozent, hieß es. In einem nächsten Schritt könnten die dezentralen Kraftwerke zusätzlich mit Solarenergie kombiniert werden.

Das Handelsunternehmen betreibt Eon zufolge bereits an verschiedenen Standorten Projekte zur dezentralen Energieversorgung. So werde seit 2011 der Großmarkt in Schwelm bei Wuppertal von einer Mikrogasturbine mit Strom und Wärme versorgt. Insgesamt verfügt Metro über 56 Großmärkte in Deutschland. In Russland sind es 69. Hinzu kommen mehr als 600 Standorte in 27 weiteren Ländern.

Eon selbst verfügt in Russland über die Tochtergesellschaft Eon Russia, die fünf Großkraftwerke mit einer installierten Stromleistung von insgesamt 10.345 Megawatt betreibt. Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 75 Milliarden Rubel (1,86 Mrd. Euro) und einen Gewinn von 18,26 Mrd. Rubel (453 Mio. Euro). Der Gewinn soll vollständig als Dividende an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Davon würde vor allem die deutsche Muttergesellschaft profitieren, die 83,7% der Aktien hält. Langfristig ist vorgesehen, dass 40 bis 60% des Gewinns in die Dividende fließen.