Im ostpolnischen Kraftwerk Stalowa Wola wollen Tauron und PGNiG einen Kraftwerksblock mit Gas- und Dampfturbinen-Technik bauen. Die erste derartige Anlage im Land soll bestehende Steinkohle-Blöcke ersetzen und so den Kohlendioxid-Ausstoß des Kraftwerks senken.


Die Europäische Investitionsbank EIB und die Europäische Entwicklungsbank EBRD unterstützen den Bau eines Kraftwerksblocks mit Gas- und Dampfturbinen-Technik im ostpolnischen Kraftwerk Stalowa Wola mit Krediten von jeweils 566 Millionen Zloty (135 Mio. Euro). Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 1,56 Milliarden Zloty (374 Mio. Euro). Es wird von den Kraftwerksgesellschaften Tauron Wytwarzanie und PGNiG Energia umgesetzt,  die Tochtergesellschaften des Energieversorgers Tauron Polska Energia und des Gasversorgers PGNiG sind.

Der GuD-Block soll über eine Stromleistung von 449 Megawatt und über eine Wärmeleistung von 240 MW verfügen. Seine Inbetriebnahme ist für 2015 geplant. Er werde Strom in das polnische Netz einspeisen und die Nachbarstädte sowie industrielle Abnehmer mit Fernwärme versorgen, teilte EIB mit. EBRD zufolge handelt es sich um den ersten großen Gas-Kraftwerksblock des Landes. Er soll die alten, mit Steinkohle gefeuerten Kraftwerksblöcke ersetzen und so den Kohlendioxid-Ausstoß des Kraftwerks um mindestens 950.000 Tonnen senken.

Tauron plant derzeit auch den Bau eines Steinkohle-Blocks mit 800 bis 910 MWel Stromleistung im Kraftwerk Jaworzno III. Dafür liegen bisher vier Angebote von Kraftwerksbau-Konsortien vor. Das Kraftwerk verfügt bereits über mehrere Steinkohle-Blöcke mit insgesamt 1.535 MWel. Außerdem arbeitet der Energieversorger offenbar daran, Biomasse als Brennstoff in den Kraftwerken Jaworzno III und Stalowa Wola einzusetzen. Dafür hatte das polnische Wirtschaftsministerium bereits 2011 und 2012 Fördermittel von jeweils 40 Mio. Zloty (10 Mio. Euro) bewilligt.

Das Unternehmen verfügt insgesamt über acht Steinkohle-Kraftwerke mit einer gesamten installierten Stromleistung von reichlich 5.000 MWel und einer Wärmeleistung von mehr als 2.000 MWth. Das entspricht Tauron zufolge einem Anteil von etwa 14 Prozent am polnischen Strom- und von 16% am Wärmemarkt.