MVV Energie und RES Projects hatten im vergangenen Herbst in Sachsen-Anhalt eine Biomethan-Anlage in Betrieb genommen. Nun bauen sie am nächsten Projekt in der Region.


Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie und der Münchener Projektentwickler RES Projects haben in Kroppenstedt, Sachsen-Anhalt, mit dem Bau einer Biomethananlage  begonnen. Sie soll Ende 2013 in Betrieb gehen und mindestens 20 Jahre von den beiden Unternehmen gemeinsam betrieben werden. Geplant ist, hier jährlich 75.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe zu vergären und energetisch zu nutzen.

Zu den Einsatzstoffen zählen vor allem Maissilage und Rindergülle, zusätzlich auch Hühnertrockenkot, Rinderfestmist und Zuckerrüben. Die Substrate stammen zum Großteil vom landwirtschaftlichen Betrieb Weinans in Kroppenstedt, aus dem Umkreis von maximal 20 Kilometern. Nach dem Vergären können die verbleibenden Reste den Angaben zufolge nahezu komplett als Dünger eingesetzt werden. Das produzierte Biogas wird vor Ort zu Biomethan veredelt, das mit einer jährlichen Menge von 5,8 Millionen Normkubikmetern in das Netz von Erdgas Mittelsachsen eingespeist werden soll.

Eine vergleichbare Anlage hatten die Projektpartner zuvor bereits in Klein Wanzleben, unweit von Kroppenstedt, gebaut und im Herbst 2012 in Betrieb genommen. Hier dienen 60.000 t Maissilage, Zuckerrüben und Zuckerrübenschnitzel zur Biogas- und -methanproduktion. Auch hier können 5,8 Mio. m³ Biomethan in das öffentliche Netz eingespeist werden, das von Eon Avacon betrieben wird. Neben der regionalen  Landwirtschaft und dem benachbarten Nordzucker-Werk ist in Klein Wanzleben das Saatzucht-Unternehmen KWS Saat der wichtigste Substratlieferant.

Die gesamte Investitionssumme für beide Anlagen wurde mit 25 Mio. Euro beziffert. Weitere Anlagen in der Region sollen folgen, teilte MVV Energie mit. In Klein Wanzleben seien drei Mitarbeiter für den Betrieb der Anlage neu eingestellt worden, weitere drei Fachkräfte aus der Region würden künftig in Kroppenstedt beschäftigt. Bei Dienstleistern und Zulieferern entstünden erfahrungsgemäß pro Anlage zusätzlich weitere 20 Arbeitsplätze.