Auf sächsischen Böden erreicht die bisher wenig beachtete Pflanze ähnliche Biomasse-Erträge wie der viel angebaute Mais. Aber in Sachsen hält sich der Maisanbau ohnehin noch in Grenzen.


Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sieht in der Energiepflanze Sorghumhirse eine vielversprechende Alternative zum oft kritisierten Mais. Die Forschungen des Landesamtes hätten ergeben, dass diese Pflanze auf sächsischen Böden ähnliche Biomasse-Erträge erreiche wie Mais, sagte Referentin Kerstin Jäkel heute auf der Leipziger Energiemesse Enertec. Von einer gezielten Züchtung dieser Pflanze, von der es wiederum mehrere Sorten gibt, verspricht sie sich weitere Fortschritte: „Die Hirse hat ein enormes Potenzial, mit Mais mitzuhalten und ihn eines Tages zu übertreffen“, sagte Jäkel. Die ersten Erfahrungen sächsischer Landwirte, die Sorghumhirse zuletzt auf 450 Hektar angebaut hatten, waren allerdings noch durchwachsen. Dabei seien nicht die Sorten angebaut worden, die unter den jeweiligen Bedingungen am besten geeignet gewesen wären, sagte die Referentin.

Für Hirse als alternative Energiepflanze nannte sie mehrere Gründe. So sei der Maiseinsatz in Biogasanlagen durch den „Maisdeckel“ im Erneuerbare Energien Gesetz begrenzt worden. Außerdem könne Hirse das Risiko einer schlechten Maisernte ausgleichen: Schlechte Maisjahre seien mitunter gute Hirsejahre. Hirse nehme Wasser und Stickstoff in tieferen Bodenschichten auf. Damit verkrafte die Pflanze auch gut eine zeitweilige Trockenheit und sorge dafür, dass weniger Stickstoff ins Grundwasser gelange.

Das Landesamt hat außerdem auf einem Versuchsfeld in Nordsachsen untersucht, welchen Einfluss beide Energiepflanzen auf den Ertrag in einer Fruchtfolge mit Getreide und Raps haben. „Wo Mais und Sorghumhirse in der Fruchtfolge enthalten sind, sind die Erträge am günstigsten“, berichtete Jäkel. Die oft geäußerte Annahme, dass der Maisanbau überhand nimmt, konnte sie zumindest für Sachsen nicht bestätigen. Hier habe Mais nur einen Anteil von 13 Prozent an der Anbaufläche. In anderen Bundesländern sei diese Zahl allerdings deutlich höher. „Wir haben in Sachsen keine Sorge, dass wir zuviel Maisanbau hätten“, so die Referentin. „Man muss nur darauf achten, dass der Mais nicht konzentriert angebaut wird, sondern in einer vernünftigen Fruchtfolge.“