Der tschechische Stromkonzern CEZ und der US-amerikanische Technikkonzern General Electric haben in der rumänischen Region Constanta den größten Festland-Windpark Europas gebaut. In Rumänien und Polen verfolgen sie weitere Wind-Großprojekte.



Der rumänische Windpark Fantanele/Cogealac mit einer installierten Spitzenleistung von 600 Megawatt hat Mitte Dezember den vollständigen Betrieb aufgenommen. Das berichtet der US-amerikanische Technikkonzern GE General Electric, der für das Projekt 240 Windräder mit jeweils 2,5 MW geliefert hat. Die Turbinenhäuser kamen dabei aus dem niedersächsischen GE-Werk Salzbergen. Rotorblätter und Türme wurden auch aus Brasilien, Tschechien, Dänemark, Polen und China antransportiert. Eigentümer des Windparks ist ČEZ Romania, eine rumänische Tochtergesellschaft des tschechischen Stromkonzerns ČEZ.

Nach Angaben beider Unternehmen handelt es sich bei Fantanele/Cogealac in der Region Constanta am Schwarzen Meer um das größte Festland-Windprojekt Europas. CEZ hat in das Projekt seit 2010 insgesamt 1,1 Milliarden Euro investiert, rechnet aber auch mit einer raschen Amortisation: Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres haben die schon in Betrieb befindlichen Windräder dem Konzern zu Einnahmen von 1 Mrd. tschechischen Kronen (40 Mio. Euro) verholfen.

GE baut außerdem gemeinsam mit dem deutschen Projektentwickler Prowind im Nordosten des Landes vier Windparks mit insgesamt 300 MW. Sie sind vom rumänischen Windprojekt-Entwickler Windelcon in der Hügellandschaft des Landkreises Vaslui geplant worden. Dazu liefert GE insgesamt 120 Windräder mit je 2,5 MW. Nach seinen Angaben hat sich Rumänien das Ziel gestellt, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020 auf 24 Prozent zu steigern. Die Windverhältnisse im Land zählen GE zufolge zu den besten in Europa.

CEZ will seine rumänischen Windkraft-Erfahrungen nun auch in Polen anwenden. Dort hatte  der Konzern vor einem Jahr den Windkraft-Entwickler Eco-Wind übernommen, der fünfzehn Projekte mit insgesamt 700 MW plant. Insgesamt will CEZ bis 2016 eine installierte Windkraftleistung von 3.000 MW erreichen. In Deutschland ist der Konzern bisher vor allem durch sein umstrittenes Atomkraftwerk Temelin bekannt, das weiter ausgebaut werden soll. 2009 hatte sich CEZ auch am Braunkohleförderer Mibrag beteiligt, diesen Anteil aber vor einigen Monaten an die EPH Enerticky a Prumyslovy Holding verkauft.



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