Der russische Energiekonzern soll alleiniger Eigentümer der Erdgashändler Wingas, WIEH und WIEE werden. Im Gegenzug kann die BASF-Tochter Wintershall ihre Erdgasförderung in Westsibirien weiter ausbauen.


Der deutsche Chemiekonzern BASF und der russische Energiekonzern Gasprom haben einen umfangreichen Tausch von Unternehmensteilen vereinbart. Danach gibt BASF sein Gashandels- und Speichergeschäft, das er bisher gemeinsam mit Gasprom betreibt, an den langjährigen russischen Partner ab. Im Gegenzug kann die BASF-Tochter Wintershall ihre Erdgasförderung in Russland weiter ausbauen. Wenn die zuständigen Behörden zustimmen, soll die Transaktion zum Jahresende 2013 mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. April 2013 vollzogen werden.

Nach der Vereinbarung erhält Gasprom die Wintershall-Beteiligungen von 50 Prozent an den bisher gemeinsam betriebenen Erdgas-Handelsgesellschaften Wingas – dem zweitgrößten Erdgashändler Deutschlands – und WIEH Wintershall Erdgas-Handelshaus Berlin sowie WIEE Wintershall Erdgas-Handelshaus Zug. Wintershall beginnt außerdem eine Zusammenarbeit mit dem russischen Konzern in der südlichen Nordsee, wo die Tochtergesellschaft Wintershall Noordzee in der Erdöl- und Erdgasförderung vor den Küsten von Niederlande, Großbritannien und Dänemark tätig ist. Gasprom soll sich mit 50 % an dieser Gesellschaft beteiligen können. Insgesamt trugen die Unternehmensteile, die BASF an den russischen Partner abgibt, im Jahr 2011 mit 8,6 Milliarden Euro zum Umsatz und 350 Millionen Euro zum Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei.

Im Gegenzug kann Wintershall seine Erdgasförderung in Westsibirien weiter ausbauen. So erhält das Unternehmen von Gasprom eine Beteiligung von 25 % plus einem Anteil an den Blöcken 4 und 5 der Atschimow-Horizonte in der westsibirischen Erdgas-Lagerstätte Urengoi sowie die Option, diesen Anteil auf 50 % aufzustocken. Die beiden Blöcke sollen insgesamt über 274 Milliarden Kubikmeter Erdgas und 74 Millionen Tonnen Kondensat verfügen. Der Start der Förderung ist für das Jahr 2016 vorgesehen. BASF rechnet damit, dass bei voller Auslastung aus den beiden Blöcken insgesamt mindestens 8 Mrd. m³ Erdgas pro Jahr gefördert werden können. Wintershall ist bereits gemeinsam mit Gasprom an der Erdgasförderung aus dem Atschimow-Block 1 und aus der Lagerstätte Jushno Russkoje beteiligt.