Der DVGW Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches will Informationen der Gasfernleitungs-Netzbetreiber bündeln. Dieses Monitoring soll dabei helfen, Versorgungsengpässe wie im vergangenen Februar zu vermeiden.



Der DVGW baut derzeit ein deutschlandweites Monitoring der Versorgungssituation für Erdgas auf. Dazu würden die physikalischen Gasfluss- und Speicherinformationen sowie die Kapazitätsbuchungen an allen wichtigen Netzpunkten aus Gasfernleitungs-Netzbetrieben genutzt, sagte DVGW-Präsident Matthias Krause bei der Gasfachlichen Aussprachetagung Gat Ende September in Dresden. Die gesammelten Daten sollen bei der DVGW-Hauptgeschäftsstelle in Bonn zusammenlaufen und es ermöglichen, für mehrere Tage im Voraus Lastfluss-Prognosen für die Gaswirtschaft zu erstellen. „Damit können frühzeitig Knappheitssignale für den Markt bei der Erdgasversorgung ermittelt werden“, so Krause.

Der DVGW-Präsident erinnerte an die Situation im vergangenen Februar, als in Südwestdeutschland bei niedrigen Temperaturen ein mengenmäßiger Gasengpass herrschte. Damals hätten die Betreiber von regionalen Gasnetzen bis zu 30 Prozent mehr Erdgas als sonst für ihre Endkunden beansprucht. „Die Ereignisse im Winter 2011/2012 haben verdeutlicht, dass eine Gefahr des `Schwarzfahrens´ von Gastransport- und Gasverteilnetzen grundsätzlich gegeben ist“, sagte Krause. Mit „Schwarzfahren“ ist dabei ein Zustand gemeint, bei dem die Gasleitungen weitgehend entleert sind. Dann ist es mit einem größeren Aufwand verbunden, die Leitungen wieder mit Gas zu füllen und die Druckverhältnisse herzustellen, die für einen geregelten Betrieb notwendig sind.

Die Bundesnetzagentur kündigte an, im kommenden Winter wieder die Kommunikations- und Entscheidungsprozesse zwischen den Strom- und Gasnetzbetreibern zu koordinieren. Dass es zwischen diesen Akteuren keine etablierten Kommunikationsprozesse gab, sei eine wesentliche Erkenntnis aus den Gas- und Stromengpässen des vergangenen Winters gewesen, sagte Vizepräsident Peter Franke. Langfristig setzt er auf Netzausbau und die dafür laufenden Planungen: „Das ist der Ort, um die mittel- und langfristigen Probleme, die aus dem Zusammenspiel von Strom und Gas bei der Gewährleistung der Systemstabilität resultieren, auf längere Sicht zu lösen.“




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