In Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist die Windkraft in den vergangenen Jahren stark ausgebaut worden. Der dort erzeugte Strom wird teilweise in anderen Bundesländern verbraucht, doch die Netzausbau-Kosten bezahlen die Stromkunden des regionalen Netzbetreibers.



In Sachsen-Anhalt wird die Windkraft stark ausgebaut, wie hier bei Naumburg. Foto: Stefan Schroeter



Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg fordert eine bundesweite Netzentgelt-Umlage, um regionale Nachteile durch die hohen Netzausbaukosten für Strom aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Geschäftsführer Karl-Ludwig Böttcher wies Mitte September darauf hin, dass die Einspeisekosten für Ökostrom über das EEG Erneuerbare Energien Gesetz bereits bundesweit sozialisiert sind. Auch die so genannte Offshore-Umlage, die Risiken für die Betreiber von Meeres-Windparks abdecken soll, werde nicht nur von den Küstenländern, sondern von allen Bundesländern getragen. „Warum werden die Netzausbaukosten nicht bundesweit sozialisiert?“, fragte Böttcher bei der Energiekonferenz Ostdeutschland des Euroforums in Magdeburg. „Da muss man auch die Solidarität der Länder in Süddeutschland einfordern. Wir machen eine bundesweite Energiewende. Jetzt geht es darum, gemeinsame und gleiche Spielregeln für die Energiewirtschaft zu finden.“

Böttcher zufolge wird es in Brandenburg zunehmend zum Problem, dass im Land inzwischen mehrere tausend Windkraftanlagen stehen und die Stromnetze dafür ausgebaut werden müssen. Der von ihnen erzeugte Strom werde aber in anderen Bundesländern verbraucht. „Wir bleiben auf den Netzausbaukosten sitzen.“ Er wies außerdem darauf hin, das Städte und Gemeinden derzeit keine gesicherte Wertschöpfung beim Ausbau erneuerbarer Energien haben. Dafür fehlten entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen.

Der Geschäftsführer SWM Stadtwerke Magdeburg, Helmut Herdt, machte darauf aufmerksam, dass die Netzbetreiber ihre Ausbaukosten nur mit Netzentgelten über den Strom finanzieren können, den sie an Kunden liefern. Im Norden Sachsen-Anhalts steht aber einer hohen Ökostrom-Erzeugung ein niedriger Stromverbrauch gegenüber. Eine Netzgesellschaft, die SWM gemeinsam mit dem Regionalversorger Eon Avacon betreibt, sei deshalb bereits bilanziell überschuldet und werde nur noch von den Gesellschaftern am Leben erhalten.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.




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