Die neue Biogasanlage im Deutschen Biomasse-Forschungszentrum macht es möglich, Laborversuche in der Praxis zu testen. In zwei gleich großen Anlagensträngen können verschiedene Verfahren miteinander verglichen werden. 11/07/2012


Das DBFZ Deutsche Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig hat Anfang Juli seine Forschungs-Biogasanlage in Betrieb genommen. Die Wissenschaftler können mit der neuen Anlage nun Versuche, die sie bisher nur im Labor durchführen konnten, auch in der Praxis testen. Durch einen Parallelbetrieb soll es möglich werden, verschiedene Verfahren miteinander zu vergleichen. Als ein zukünftiges Forschungsthema nannte DBFZ die bedarfsgerechte Bioenergiebereitstellung, für die verschiedene Regelungskonzepte getestet werden sollen. Die 3,6 Mio. Euro teure Anlage wurde überwiegend aus Bundesmitteln des Konjunkturpakets II finanziert, 800.000 Euro kamen vom Freistaat Sachsen.

Die Anlage besteht aus zwei unabhängigen, gleich großen Anlagensträngen, die prinzipiell ein- und zweistufig, mit optionaler Hydrolyse, betrieben werden können. Dabei ist der erste Anlagenstrang als Nassfermentation mit einem Hauptfermenter in Form eines stehenden Rührkessels mit Zentralrührwerk ausgeführt. Der zweite Anlagenstrang kann wahlweise mit einem baugleichen Hauptfermenter oder einem sogenannten Pfropfenstrom-Fermenter für trockene Einsatzstoffe betrieben werden. Ein Nachgärer mit Gasspeicherdach sammelt die Gärreste aus beiden Strängen und leitet sie an das Gärrestlager weiter. Insgesamt beträgt das Fermentationsvolumen 900 Kubikmeter, verteilt auf sechs gasdichte Behälter. Ein Lagerbehälter fasst zusätzlich 180 m³. Als Einsatzstoffe dienen nachwachsende Rohstoffe, landwirtschaftliche Reststoffe und tierische Exkremente.

Um die Gasproduktionsmengen exakt bestimmen zu können, sind die Fermenter mit festen Behälterdächern ausgestattet. Entnahmestellen am Rohrleitungssystem und an der Gaserfassung ermöglichen es, Proben zu nehmen und Messgeräte einzubauen. Das produzierte Biogas wird in einem Block-Heizkraftwerk mit einer Stromleistung von 75 Kilowatt verwertet, das überschüssige Strom- und Wärmemengen in das Netz des DBFZ abgeben kann. Grundsätzlich soll es später auch möglich sein, eine kleine Aufbereitungsanlage für Biomethan nachzurüsten.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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