Der Braunkohleveredler Romonta hat mit seinen eigenen Tagebauen die Landschaft um Amsdorf bei Halle geprägt. Jetzt sorgt er dafür, dass auf den früheren Bergbauflächen zunehmend Anlagen für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen entstehen. 23/05/2012



Der Energie-Dienstleister Getec Green Energy und der Wachsproduzent Romonta haben Anfang Mai in Amsdorf bei Halle/Saale ein gemeinsames Solarkraftwerk mit einer Spitzenleistung von 28 Megawatt eingeweiht. Der 50 Mio. Euro teure „Gero-Solarpark“ wurde auf 55 Hektar großen Tagebauflächen und Abraumhalden der Braunkohleförderung gebaut. Er soll jährlich 27 Mio. Kilowattstunden Solarstrom liefern, der ins 110-Kilovolt-Netz des regionalen Betreibers Mitnetz Strom eingespeist und entsprechend einer momentan gültigen Übergangsregelung des Erneuerbare Energien Gesetzes mit 18,76 Ct/kWh vergütet werden. Der Solartechnik-Produzent Q-Cells lieferte die Solarmodule mit einem Wirkungsgrad von 14 Prozent und sorgte für die Systemintegration. Q-Cells befindet sich derzeit in einem Insolvenzverfahren, in dem das laufende Geschäft weitergeführt wird.

Für Romonta ist der Solarpark ein Baustein in einer langfristigen Energiekonzeption, die erneuerbare Energien einschließt. Neben dem Solarpark gibt es am Unternehmens-Standort Amsdorf ein weiteres Solarkraftwerk mit 9 MWp und den Windpark Asendorfer Kippe mit 26 MW. Hinzu kommt eine Solar-Dachanlage auf einem Geflügelbetrieb mit 900 Kilowatt peak. Ein Industriekraftwerk, das Romonta mit Ersatzbrennstoffen aus Restmüll betreibt, stellt eine Leistung von 9 MW bereit. Außerdem verfügt das Unternehmen über ein Braunkohle-Kraftwerk mit 45 MW Stromleistung.

In den vergangenen Monaten hat Romonta auch das Projekt einer Biogasanlage im Nachbarort Röblingen am See entwickelt, die derzeit vom Biogas-Spezialisten Agricapital auf einem ehemaligen Tagebaugelände im Ortsteil Stedten gebaut wird. Dort sollen die Einsatzstoffe Schweinegülle, Hähnchen- und Rindermist sowie nachwachsenden Rohstoffe wie Maissilage zu Biogas verarbeitet werden. Ein Teil des so erzeugten Biogases soll direkt vor Ort zur Strom- und Wärmeerzeugung in einem Block-Heizkraftwerk genutzt werden, das über eine Stromleistung von 889 kW verfügt. Das übrige Biogas will Agricapital zu Erdgas-Qualität veredeln und pro Stunde 700 Kubikmeter Methan ins regionale Netz des Betreibers Mitnetz Gas einspeisen.

Romonta ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Hersteller von Rohmontanwachs, das es aus bitumenreicher Braunkohle des unternehmenseigenen Tagebaus in Amsdorf gewinnt. Montanwachs ist ein wichtiger Grundstoff in vielen Industriezweigen.



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