In Blankenhain und Kannawurf hat der Biogasproduzent Agricapital baufertige Projekte vom zeitweise insolventen Anlagenbauer Schmack übernommen und ihn als Generalunternehmer verpflichtet. Inzwischen ging die Blankenhainer Anlage in Betrieb, Kannawurf soll folgen. 14/03/2012


Der Münsteraner Biogasproduzent Agricapital baut derzeit eine Biomethan-Anlage im Thüringer Kannawurf bei Sömmerda. Die Anlage soll spätestens im Frühjahr 2013 in Betrieb gehen. Das Projekt war schon früher geplant, konnte jedoch durch die Insolvenz des Anlagenbauers Schmack Biogas zunächst nicht umgesetzt werden. Nachdem Agricapital das Biogasprojekt übernommen hatte, wird es nun von Schmack als Generalunternehmer gebaut. Schmack war 2010 vom Heiztechnik-Unternehmen Viessmann übernommen worden.

Die Anlage in Kannawurf soll Biogas aus Silomais, Getreide-Ganzpflanzen-Silage und Luzernen produzieren. Das darin enthaltene Biomethan wird dann auf Erdgasqualität veredelt und mit bis zu 700 Normkubikmetern pro Stunde in das örtliche Erdgasnetz von Eon Thüringer Energie eingespeist. Die jährliche Einspeisekapazität beziffert Agricapital mit 55 Mio. Kilowattstunden. Zum Wert der Anlage machte das Unternehmen keine Angaben. Eine gleich große Biomethan-Anlage hatte es vor kurzem im nahe gelegenen Blankenhain in Betrieb genommen. Auch diese Anlage war baureif aus Schmacks Bestand übernommen und dann von ihm als Generalunternehmer errichtet worden.

Bereits im Sommer 2011 hatte Agricapital außerdem eine Biomethan-Anlage in Holleben bei Halle/Saale erworben. Diese Anlage war von der Baywa-Tochter Rebioenergie gebaut worden. Sie speist seit November 2011 jährlich bis zu 72 Mio. m³ Biomethan in das Hochdrucknetz des Gasnetz-Betreibers Mitnetz Gas ein. Dazu wird das Biomethan in einer von Mitnetz betriebenen Einspeiseanlage auf einen Druck von 16 bar verdichtet. Wie Mitnetz bei dieser Gelegenheit mitteilte, hat das Unternehmen in Sachsen-Anhalt seit 2007 insgesamt vier Biogasanlagen an das eigene Gas-Hochdrucknetz angeschlossen. Weitere Anlagen sollten folgen – darunter eine im sächsischen Teil des Netzgebiets.

Agricapital betreibt derzeit Biogasanlagen an 69 Standorten, mit einer elektrischen Anschlussleistung von insgesamt 61 Megawatt. Neben der Erzeugung von Strom und Wärme speisen sieben Anlagen insgesamt jährlich 380 Mio. kWh Biomethan in das Erdgasnetz ein.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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