Avancis baut seine Produktionskapazität für Dünnschicht-Solarmodule kräftig aus. Gleichzeitig arbeitet das sächsische Tochterunternehmen des französischen Glasherstellers Saint Gobain an höheren Wirkungsgraden. 16/01/2012


Der Torgauer Solarmodul-Hersteller Avancis fährt derzeit die Produktion in seinem zweiten Werk hoch. Hier sollen künftig 200 Mitarbeiter CIS-Solarmodule mit einer Spitzenleistung von 100 Megawatt-peak (MWp) pro Jahr herstellen. Bisher verfügt Avancis in seinem ersten, 2008 errichteten Werk mit 250 Mitarbeitern über eine jährliche Produktionskapazität von derzeit 20 MWp.

Die Anlaufphase der neuen Anlage soll im März abgeschlossen sein. Dann will das Unternehmen auch eine neue Produktlinie einführen. Derzeit errichtet es außerdem in Südkorea gemeinsam mit dem einheimischen Partner Hyundai eine dritte, baugleiche Fabrik mit ebenfalls 100 MWp Jahresproduktion.

Avancis ist ein Tochterunternehmen des französischen Glasherstellers Saint Gobain. Den Herstellungsprozess für die Dünnschicht-Fotovoltaikmodule auf CIS-Basis hat es in der eigenen Münchener Forschungsabteilung entwickelt. CIS steht für eine Strom produzierende Halbleiterschicht aus Kupfer, Indium und Selen (englisch: Copper, Indium, Selenide – CIS) sowie Gallium und Schwefel, die hauchdünn auf ein Trägermaterial aus Glas aufgetragen wird.

Dabei kann Avancis die langjährige Erfahrung von Saint Gobain bei der Beschichtung und Wärmebehandlung von Glas nutzen. Die in Torgau angewandte Solartechnologie hatte Saint Gobain zunächst gemeinsam mit dem Technikkonzern Siemens und dem Ölkonzern Shell entwickelt. Shell war zunächst auch an Avancis beteiligt, zog sich aber 2009 zurück.

Die serienmäßig produzierten, ein Quadratmeter großen Avancis-Module erreichen einen Wirkungsgrad von 13 Prozent. Bisher werden sie vor allem auf Dächern von Privathäusern und Wirtschaftsgebäuden verwendet. Auf einem 30 x 30 Zentimeter großen CIS-Solarmodul hat die Entwicklungsabteilung des Unternehmens im vergangenen September auch schon einen Wirkungsgrad von 15,8 % erzielt, der nach eigenen Angaben einen neuen Weltrekord für Dünnschicht-Module bedeutet. Die dabei verwendete Technologie soll nun in die industrielle Fertigung überführt werden.



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