Gestützt auf Exportkredit-Garantien, liefern Unternehmen aus Berlin und Schwedt eine Biogasanlage an einen belarussischen Agrarbetrieb. Den von ihr erzeugten Strom soll die regionale Energiebehörde abnehmen und vergüten. 07/12/2011


Die LTV Landmaschinen und Transporttechnik Vertriebsgesellschaft Berlin baut derzeit in Belarus eine Biogasanlage für den Agrarbetrieb SPK Rasswet Orlowskowo in Kirowsk. Die 11 Mio. Euro teure Anlage wurde vom Schwedter Ingenieurbüro Rohrplan entworfen. Sie ist dafür ausgelegt, Pflanzenreste, nachwachsende Rohstoffe und Gülle zu vergären und so Biogas zu erzeugen. Das Gas soll in vier Blockheiz-Kraftwerksmodulen mit einer Stromleistung von insgesamt 4,8 Megawatt genutzt werden, um jährlich 4 Gigawattstunden Strom zu produzieren.


Wie LTV auf Anfrage mitteilte, kann Rasswet künftig den Strom in das lokale Netz einspeisen und erhält dafür eine Einspeisevergütung von der Energiebehörde des Gebiets Mogiljow. Die Höhe der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung nannte LTV nicht. Die Wärmeleistung der BHKW-Module von insgesamt 5,2 MW soll dazu dienen, einen 10 Hektar großen  Gewächshauskomplex für Tomaten zu beheizen.


Die Inbetriebnahme der Anlage war eigentlich für Dezember geplant. Aufgrund der niedrigen Temperaturen hätten die regionalen Behörden aber einen Baustopp verordnet, berichtete LTV-Geschäftsführerin Petra Nagel. Sie rechnet nun damit, dass die Anlage im Sommer 2012 vollständig in Betrieb gehen kann.


Das Projekt wird durch eine kombinierte Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung der Euler Hermes Kreditsicherung abgesichert. Diese Hermesdeckung schützt LTV vor einem Zahlungsausfall aus politischen und wirtschaftlichen Gründen. Darüber hinaus stellt die AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft einen Finanzkredit über mehr als 10 Mio. Euro zur Verfügung, der die Finanzierung des Projekts erleichtert.


Bisher gibt es nur wenige Biogasanlagen in dem osteuropäischen Land, dessen Energieversorgung weitgehend auf russischen Erdöl- und Erdgas-Importen beruht. Preissteigerungen für diese Energieträger haben maßgeblich zu der aktuellen Wirtschaftskrise in Belarus beigetragen. Damit rücken die bisher kaum entwickelten erneuerbaren Energien zunehmend ins Blickfeld der staatlichen Behörden. Gleichzeitig verfolgt die Regierung aber mit russischer Unterstützung auch den Einstieg in die Atomwirtschaft.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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