Durch eine Generalüberholung in einem der sechs Kraftwerksblöcke konnte der Wirkungsgrad der Stromproduktion etwas gesteigert werden. Allerdings liegt er immer noch deutlich unter den Werten von Vattenfalls moderneren Braunkohle-Kraftwerken. 02/11/2011


Vattenfall Europe hat Mitte Oktober ein umfangreiches Revisionsprogramm in seinen vier Braunkohle- Kraftwerken in Brandenburg und Sachsen abgeschlossen.  Dafür hat der Energiekonzern insgesamt 110 Mio. Euro investiert. Dabei waren am Block A in Schwarze Pumpe und an Block N in Boxberg einige Reinigungs- und Reparaturarbeiten ausgeführt worden.


Eine umfangreichere Instandhaltung fand in den Kraftwerken Lippendorf und Jänschwalde statt. In Lippendorf stand die Hauptrevision des Kraftwerksblocks R an, bei der die gesamte Turbine mit dem Generator einer Rundum-Überprüfung unterzogen wurden. Gleichzeitig wurden am Dampfkessel etwa 900 Quadratmeter Heizfläche ausgewechselt.


In Jänschwalde gab es am Block C ebenfalls eine Generalüberholung von Kessel-, Maschinen-, Elektro- und Leittechnik. So wurden die Staubbrenner für den Kessel ausgewechselt und die Beschichtung von Kesselrohren erneuert. Vor allem hat hier die Erneuerung der Mitteldruck-Turbine zu einem  verbesserten Wirkungsgrad geführt. Damit wird aus der gleichen Brennstoffmenge mehr Strom produziert, gleichzeitig sinkt der Kohlendioxid-Ausstoß je Kilowattstunde.


Vattenfall zufolge haben erste Messergebnisse nach der Wiederinbetriebnahme von Block C bestätigt, dass der Wirkungsgrad von 36,2 Prozent auf 37,5% gestiegen ist. Die Wirkungsgrade in den anderen fünf Blöcken des Kraftwerks Jänschwalde liegen zwischen 34,6% und 37,3%. Bei diesen Angaben handelt es sich um Gesamtwirkungsgrade für die Strom- und Fernwärmeproduktion. Die Strom-Wirkungsgrade, die als wichtiger Vergleichsmaßstab für die Effizienz von Kraftwerken gelten, dürften noch um einige Prozentpunkte darunter liegen. Die moderneren Braunkohle-Kraftwerke von Vattenfall, die um die Jahrhundertwende in Boxberg, Lippendorf und Schwarze Pumpe gebaut wurden, haben nach früheren Angaben deutlich höhere Strom-Wirkungsgrade von reichlich 40%.


Wie der Energiekonzern weiter mitteilte, konnte seit 1996 im gesamten Kraftwerk Jänschwalde mit technischen Erneuerungen und der Verbrennung von Sekundär-Rohstoffen als Beimischung zur Kohle ein Kohlendioxid-Ausstoß von jährlich 3 Mio. Tonnen vermieden werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 betrug der CO2-Ausstoß des Kraftwerks Jänschwalde insgesamt 23,5 Mio. t.

 

Die sechs 500-MW-Blöcke des Braunkohle-Kraftwerks Jänschwalde, nördlich von Cottbus, waren zwischen 1976 bis 1988 gebaut worden. 1991 bis 1996 wurden sie mit Umweltschutz-Technik nachgerüstet, vor allem mit Rauchgas-Entschwefelungsanlagen. Insgesamt sind hier seit 1990 bis heute 1,9 Mrd. Euro in Umbau- und Modernisierungsarbeiten geflossen.



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