Die Energieversorgung Halle lässt auf dem Dach des neuen Sportparks der Stadt eine Fotovoltaik-Anlage bauen. Es ist die bisher größte Anlage im Solarprogramm des kommunalen Unternehmens. 23/09/2011


Der Solarkonzern Q-Cells baut für die EVH Energieversorgung Halle auf dem Dach des Erdgas-Sportparks eine Fotovoltaik-Anlage. Das 1 Mio. Euro teure Solarkraftwerk soll über eine Spitzenleistung von 526 Kilowatt peak (kWp) verfügen. Das neue Stadion der Stadt Halle (Saale) wurde am 20. September mit einem Spiel des Halleschen Fußballclubs gegen den Hamburger Sportverein eingeweiht. Die Solaranlage soll Mitte Oktober in Betrieb gehen.


EVH zufolge wird die Anlage künftig jährlich 455.000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie produzieren. Mit dieser Strommenge könnten rechnerisch 150 Durchschnitts-Haushalte in Halle versorgt werden. Zudem rechnet das Unternehmen gegenüber dem herkömmlichen Strommix mit einer Kohlendioxid-Einsparung von 400 Tonnen pro Jahr.


In der Anlage wird Q-Cells 5.040 Dünnschicht-Solarmodule der Reihe Q-Smart aus eigener Herstellung einbauen, die über einen Wirkungsgrad von 11 Prozent verfügen. Sie sollen sich vor allem durch eine hohe Leistung auch bei schlechten Wetterbedingungen auszeichnen. Nach vorläufigen Berechnungen kann die Stadionanlage an einem trüben Wintertag noch 10% ihrer Spitzenleistung bringen. Das würde dann einer Leistung von 53 kW entsprechen. 


Das Sonnenenergie-Programm der EVH hatte im Jahr 2010 mit dem Bau von Fotovoltaik-Anlagen auf Gebäuden der Muttergesellschaft Stadtwerke Halle begonnen. Inzwischen betreibt der Energieversorger 9 Solarkraftwerke mit insgesamt 642 kWp, in die Investitionen von 2 Mio. Euro geflossen sind. Die bisher größte Anlage mit 392 kWp wurde im Juli auf dem Dach des Möbelzentrums Lührmann in Betrieb genommen.  


EVH, Stadtwerke und Stadtverwaltung hatten im Juni einen „Energiepakt für Halle“ geschlossen. Danach soll die Stromerzeugung in der Stadt so umgebaut werden, dass die gesamte in Halle benötigte Strommenge ab Mai 2012 umweltschonend, ökologisch und erzeugt wird und frei von Atomstrom ist.


Dazu stellen sie die Erzeugungskapazitäten um, fördern Energieeffizienz und investieren in regenerative Energien. So wird die EVH auch zwei Wasserkraftwerke an der Saale bauen. Mit der Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes Trotha, das derzeit von den Stadtwerken und Verbundnetz Gas umgebaut wird, soll der Energiepakt im Frühjahr 2012 erfüllt sein.



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