In seinem ersten Bürgerbeteiligungs-Projekt bietet der Regionalversorger Privatpersonen an, sich mit Darlehen an einem Windpark zu beteiligen. Stadtwerke können Gesellschaftsanteile erwerben. 15/09/2011



Der Regionalversorger Enviam Mitteldeutsche Energie will ostdeutsche Bürger und Stadtwerke als Windpartner gewinnen. Zu diesem Zweck hat die Tochter des Energiekonzerns RWE von der Schwestergesellschaft RWE Innogy einen Windpark mit zwei Anlagen bei Frehne im Norden Brandenburgs erworben. Über den Kaufpreis war Stillschweigen vereinbart worden. Die beiden hier installierten Windenergieanlagen von Enercon haben eine Spitzenleistung von insgesamt 4,3 Megawatt und sind seit Juni 2011 in Betrieb.


Der Basiswert der jährlichen Stromerzeugung, der aus der prognostizierten Windeinspeisung abgeleitet wird,  liegt für diesen Windpark bei 9,2 Mio. Kilowattstunden. Diese Strommenge würde Enviam zufolge ausreichen, um 3.700 Haushalte in Ostdeutschland zu versorgen. Der erzeugte Strom wird in das Netz des dortigen Regionalversorgers Eon Edis eingespeist. Konkrete Angaben dazu, welche Vergütung der Netzbetreiber für den eingespeisten Strom zahlt, machte Enviam nicht. Im Erneuerbare Energien Gesetz sind dafür in den ersten fünf Jahren 9,2 bis 9,7 Cent/kWh vorgesehen, in den folgenden 15 Jahren noch 5 Cent.  


An diesem ersten Bürgerbeteiligungs-Projekt von Enviam können sich Privatpersonen bis Ende Oktober mit einer Darlehenssumme zwischen 1.000 und 20.000 Euro beteiligen. Auf diesen Betrag wird bis Ende 2018 unabhängig vom Windertrag des Windparks Frehne jährlich ein fester Zins von 4,0 Prozent ausgezahlt. Hinzu kann abhängig vom Windertrag ein möglicher jährlicher Bonuszins zwischen 0,5% und 2,0%  kommen, wenn der Windenergie-Ertrag den Basiswert um 5% bis 20% überschreitet. Auf diesem Weg sind Zinsen von bis zu 6,0% jährlich möglich. Das Gesamtvolumen aller Darlehen beträgt bis zu drei Mio. Euro.


Neben Bürgern will Enviam auch Stadtwerke als Windpartner gewinnen. Sie können sich mit Gesellschaftsanteilen am Windpark Frehne beteiligen. Dafür lägen bereits Interessenbekundungen vor, teilte das Unternehmen mit.

Der in Chemnitz ansässige Regionalversorger betreibt neben dem Windpark Frehne bereits vier Windparks mit einer Spitzenleistung von insgesamt 22 MW. Davon befinden sich zwei Windparks im eigenen Netzgebiet, das sich über das südliche Brandenburg, Süd- und Westsachsen, das südliche Sachsen-Anhalt sowie Teile Thüringens erstreckt.



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