Juwi hat seine Fotovoltaik-Anlagen in der Lieberoser Heide auf eine Spitzenleistung von 71 Megawatt peak erweitert. Jetzt ist sogar ein Ausbau bis auf 300 MWp im Gespräch. 12/09/2011


Der Ökokraftwerks-Spezialist Juwi hat im Sommer seinen Solarpark Lieberose in Brandenburg weiter ausgebaut. Damit stieg die hier installierte Spitzenleistung von 53 Megawatt peak auf 71 MWp. Deutschlands zweitgrößtes Dünnschicht-Solarkraftwerk erzeuge dann pro Jahr rund 71 Mio. Kilowattstunden Sonnenstrom, teilte Juwi mit. Dem Unternehmen zufolge entspricht dies dem Jahresbedarf von 18.000 Haushalten.


Juwi arbeitet derzeit daran, den Solarpark in der Lieberoser Heide bei Turnow-Preilack noch deutlich zu vergrößern. Konkrete Angaben dazu macht das Unternehmen aus dem rheinhessischen Wörrstadt bei Mainz nicht. „Voraussichtlich wird der weitere Ausbau in Teilprojekten erfolgen“, teilte es auf Anfrage mit. „Gleichwohl sind wir im Gespräch mit dem zuständigen Netzbetreiber über mögliche Einspeisekapazitäten.“ Der zuständige Netzbetreiber ist Enviam. Er hatte kürzlich darüber informiert, dass Juwi den Anschluss eines Solarparks mit 300 MWp bei Preilack beantragt hat.


Ein solcher Solarpark würde sehr große Flächen in Anspruch nehmen und sicherlich Diskussionen in der Region auslösen. Vorsorglich weist Juwi deshalb darauf hin, welche positiven Auswirkungen die Solaranlagen mit sich bringen. Der jetzige Solarpark erspare der Umwelt jährlich 40.000 Tonnen Kohlendioxid. Außerdem habe durch seinen Bau die „Dekontamination des hochgradig chemisch und militärisch belasteten Geländes finanziert werden“ können. Nach dem Betrieb der Solaranlagen, der für 20 bis 30 Jahre vorgesehen sei, werde das Gelände sauber an den Eigentümer, das Land Brandenburg, zurückgegeben.  


Auch seinen Solarpark Waldpolenz in Brandis bei Leipzig hat Juwi ausgebaut, die Spitzenleistung stieg hier von 40 MWp auf 52 MWp. Der Solarpark Tutow in  Mecklenburg-Vorpommern soll im Herbst von derzeit 31 MWp auf dann 52 MWp wachsen.  


Im internationalen Geschäft ist Juwi zuletzt in Bulgarien, Frankreich und Indien vorangekommen. So hat das Unternehmen im bulgarischen Drachevo und Pripechene zwei Solarparks mit 3,5 MW sowie 1 MW gebaut und in der Hauptstadt Sofia ein Büro eröffnet. Der Strom aus den bulgarischen Solarparks wird über 25 Jahre mit 35 Cent/kWh vergütet.


In Frankreich hat das Unternehmen mit dem 8,5-MWp-Solarpark Sabaranis in Saint Amadou in den Pyrenäen die dritte derartige Installation eingeweiht. In Indien hat Juwi seine ersten drei Solarkraftwerke gebaut: Zwei mit 2,48 MWp und 10 MWp im Staat Gujarath, eine weitere mit 5,2 MWp in Rajasthan. Insgesamt will Juwi in den nächsten Jahren in Indien Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 100 MWp errichten.



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