Der Münsteraner Biogas-Spezialist hat seinen konventionellen Anlagenpark mit Stromerzeugung vor Ort weiter ausgebaut. Künftig will er vor allem in Biomethan-Anlagen investieren, die hochwertiges Gas in das Erdgasnetz einspeisen. 05/08/2011


Das Münsteraner Biogas-Unternehmen Agricapital hat von der Österreicher Finanzgruppe Hypo Alpe Adria acht Biogasanlagen in der Altmark / Sachsen-Anhalt übernommen. Die Anlagen in Plätz, Hottendorf, Hohenwulsch, Mehrin und Rossau waren in den Jahren 2006 und 2007 errichtet worden und verfügen über eine elektrische Anschlussleistung von insgesamt 4,8 Megawatt. Agricapital zufolge werden sie  ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen aus der Region betrieben.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte das Unternehmen mit. Daneben soll in Logistik und Prozesstechnik investiert werden, um die Anlagen effizienter betreiben und die Stromproduktion steigern zu können.

Mit der Übernahme verfügt das Unternehmen aus Münster nun über 66 Anlagen-Standorte mit einer Stromleistung von insgesamt 51 MW. Weitere Anlagen mit insgesamt 9 MW Stromleistung werden derzeit gebaut. Außerdem betreibt Agricapital fünf Biomethan-Anlagen, die Biogas zu Erdgas-Qualität aufbereiten und jährlich 250 Mio. Kilowattstunden in das Erdgasnetz einspeisen. In diesem Geschäftsfeld will das Unternehmen künftig verstärkt investieren.

So baut Agricapital derzeit in Röblingen am See / Sachsen-Anhalt eine Biomethan-Anlage, die künftig jährlich 55 Mio. kWh in das Erdgasnetz einspeisen soll. Darüber hinaus wird vor Ort ein Blockheizkraftwerk installiert, um eine nahe gelegene Hühnermastanlage ganzjährig mit Wärme zu versorgen. Die Biomethan-Anlage ist dafür ausgelegt, dass neben Energiepflanzen ein hoher Anteil von Hühner-Trockenkot zur Gasproduktion eingesetzt werden kann.

Agricapital ist eine Tochtergesellschaft der in Luxemburg ansässigen Agricapital Gruppe. Um das geplante Geschäftswachstum zu finanzieren, hat sich die Gruppe im März mit den US-amerikanischen Pensionsfonds Alinda Capital Partners verbündet. Dabei wurde vereinbart, dass Alinda in den kommenden drei Jahren über 300 Mio. Euro in Agricapital investiert und dabei eine Mehrheitsbeteiligung übernimmt. Die ursprünglichen Gesellschafter sowie einige Investoren aus früheren Finanzierungsrunden sollen weiter als Gesellschafter im Unternehmen bleiben.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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