Der Dresdner Energieversorger Drewag baut seine  Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen weiter aus. Dabei setzt das kommunale Unternehmen vor allem auf Biogas- und Windkraftanlagen. 03/08/2011



Im Juli hatte Drewag einen Windpark bei Reichenbach in Südost-Sachsen übernommen. Dort waren vom  Dresdner Projektentwickler Boreas Energie drei Windräder mit einer Leistung von jeweils 2 Megawatt errichtet worden. Damit verfügt Drewag jetzt über drei Windparks in Sachsen und Sachsen-Anhalt, in denen Anlagen mit insgesamt 26 MW installiert sind. Der größte von ihnen ist der Windpark Ziepel bei Magdeburg, der ebenfalls von Boreas gebaut wurde. Er umfasst acht Windräder mit insgesamt 16 MW. Drewag-Geschäftsführer Reiner Zieschank kündigte an, weiterhin jährlich 20 Mio. Euro in erneuerbare Energien zu investieren.

Dabei spielt auch Biogas eine wichtige Rolle. Seit Dezember 2010 betreibt Drewag eine Biogasanlage in Dresden-Klotzsche, die das Unternehmen für 3,5 Mio. Euro errichtet hatte. Hier werden in einem Nassgärungs-Verfahren täglich 27 Tonnen Maissilage und 14 t Rindergülle zu 6.000 Kubikmeter Biogas verarbeitet. Das Biogas dient in einem Motor-Blockheizkraftwerk mit 834 Kilowatt Stromleistung dazu, elektrische Energie zu erzeugen und in das Mittelspannungsnetz der Drewag einzuspeisen. Die dabei anfallende Abwärme von 967 kW wird vollständig in das 21 Kilometer lange Fernwärmenetz Dresden-Klotzsche abgegeben.

Eine weitere Biogasanlage baut der kommunale Dresdner Energieversorger derzeit in der Ortschaft Haßlau bei Döbeln. Hier sollen jährlich 50.000 t nachwachsende Rohstoffe wie Mais- oder Grassilage zunächst zu Rohbiogas verarbeitet werden. Das Gas wird dann auf Erdgasqualität aufbereitet und in das öffentliche Ferngasnetz eingespeist. Die Einspeiseleistung beziffert Drewag mit bis zu 700 Normkubikmeter pro Stunde oder 55.000 Megawattstunden pro Jahr.

Das hier eingespeiste Bioerdgas will Drewag vor allem in eigenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Dresden einsetzen, aber auch als Mischprodukt seinen Kunden anbieten. Der kommerzielle Dauerbetrieb der Biogasanlage Haßlau ist für September geplant.

Seit 2007 betreibt Drewag außerdem einen Holzpellet-Kessel mit 250 kW Wärmeleistung im Biomasse-Heizwerk „Wilder Mann“. Gemeinsam mit zwei Öl- und Gas-gefeuerten Spitzenlast-Kesseln versorgt er sieben Wohnblocks mit Wärme. Das Heizwerk, das den Namen des lokalen Dresdner Stadtteils trägt, dient als Modell- und Demonstrationsanlage.



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