Strom aus Sonne und Wind wird naturgemäß sehr unregelmäßig produziert und in die Netze eingespeist. Die Strombörse Epex Spot hat diese schwankenden Mengen in den vergangenen eineinhalb Jahren gut verkraftet. 15/07/2011


Windparks wie hier bei Bernburg in Sachsen-Anhalt speisen ihren Strom sehr unregelmäßig in die Netze. Die Strombörse Epex Spot und ihre Marktteilnehmer haben sich gut darauf eingestellt. Foto: Stefan Schroeter



Die in Leipzig und Paris ansässige Strombörse Epex Spot vermarktet seit Anfang 2010 sämtlichen Strom, der eine Vergütung nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz EEG erhält. „Diese erste Etappe hat gezeigt: Strom aus fluktuierenden Energiequellen kann in den Markt integriert werden, wenn konventionelle Kapazitäten intelligent zu- und abgeschaltet und der Day-Ahead- und Intradaymarkt klug genutzt werden“, sagte Iris Weidinger, Finanzvorstand der Epex-Muttergesellschaft EEX European Energy Exchange, Mitte Juli in Berlin bei einer Tagung der Bundesnetzagentur BNA. Day-Ahead und Intraday sind Märkte von Epex Spot, auf denen Strom für einen Tag im Voraus und für einige Stunden im Voraus gehandelt wird.

Die Befürchtungen, dass sich die Preisschwankungen noch verstärken könnten, wenn die stark schwankenden Strommengen aus Sonne und Wind über den allgemeinen Spotmarkt verkauft werden, haben sich nicht bestätigt. Vielmehr sind die Preisschwankungen in der Tagesauktion für das Marktgebiet Deutschland und Österreich seitdem deutlich zurückgegangen. „Die Vermarktung der EEG-Energiemengen über die Börse beeinflusst nicht den Marktpreis für elektrische Energie“, sagte Thomas Drescher, Leiter der Epex-Marktsteuerung. Als Grund dafür nannte er, dass sich die Marktteilnehmer rechtzeitig auf die neue Situation eingestellt hätten.

BNA-Präsident Matthias Kurth wertete die Vermarktung des EEG-Stroms an der Börse als entscheidenden Fortschritt „aus Sicht des Marktes“. „Für eine echte Integration der erneuerbaren Erzeugung in den Stromhandelsmarkt fehlt aber noch, dass der EEG-Produzent selbst das Mengen- und Preisrisiko übernimmt“, sagte er. Dies erfolge bereits bei der Direktvermarktung, die durch das Grünstrom-Privileg gefördert werde.

Das Grünstrom-Privileg wird mit der ab 2012 geltenden EEG-Novelle allerdings wieder eingeschränkt. Gleichzeitig ist eine „gleitende Marktprämie“ vorgesehen. Sie soll Anlagenbetreiber veranlassen, ihren Ökostrom vorrangig in Zeiten hoher Marktpreise einzuspeisen. Unterdessen arbeitet die Strombörse an einem Modell, wie der EEG-Strom als zertifizierter Grünstrom an der Börse gehandelt werden kann. Derzeit verliert er hier noch seine Öko-Qualität und wird gemeinsam mit der konventionellen Elektroenergie zu anonymem Graustrom.



Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.



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