Die Choren Industries GmbH, Freiberg, hat zusammen mit ihren zwei deutschen Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet. Als Grund dafür werden Finanzierungsschwierigkeiten bei der Inbetriebnahme der Synthesegas-Demonstrationsanlage genannt. 11/07/2011


Mit der Demonstrationsanlage „Beta“ will Choren synthetische Kraftstoffe aus Holzhackschnitzeln herstellen. Geldmangel beim Bau der Anlage führte das Unternehmen nun in die Insolvenz. Archiv-Foto: Stefan Schroeter


Zu vorläufigen Insolvenzverwaltern für die drei Gesellschaften Choren Industries GmbH, die Choren Fuel Freiberg GmbH & Co. KG und die Choren Components GmbH wurden Bruno Kübler, Bettina Breitenbücher und Tim Brune von der Kanzlei Kübler bestellt. Von Insolvenzverfahren unberührt bleiben zunächst die ausländischen Gesellschaften Choren USA LLC und die Choren China Co., Ltd. Die Insolvenzverwalter kündigten an, den Geschäftsbetrieb der Gruppe im vorläufigen Verfahren uneingeschränkt aufrecht erhalten zu wollen. Die Löhne und Gehälter der 290 deutschen Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Die Verwalter wollen die Choren-Gruppe über einen Insolvenzplan oder über den Verkauf an einen Investor sanieren. „Die Choren-Gruppe gehört zu den Innovationsführern in einer Wachstumsbranche und verfügt über eine wettbewerbsfähige Technologie mit echten Alleinstellungsmerkmalen“, erklärte Kübler. „Das jetzt eingeleitete Insolvenzverfahren bietet deshalb gute Chancen für eine Rettung und nachhaltige Entwicklung der Gruppe.“

Die Choren-Gruppe entwickelt Technologien, mit denen aus kohlenstoffhaltiger Biomasse wie Holz synthetisches Gas und Bio-Kraftstoffe der sogenannten 2. Generation hergestellt werden können. Eine Pilotanlage „Alpha“ für den hochwertigen „Sundiesel“ hatte Choren bereits im Jahr 2000 in Betrieb genommen. 2008 sollte die Demonstrationsanlage „Beta“ folgen, die als Zwischenschritt zu einer kommerziellen Industrieanlage „Sigma“ ausgelegt war. Die Inbetriebnahme von „Beta“ verzögerte sich allerdings und konnte bisher nicht abgeschlossen werden. Die dabei aufgetretenen Finanzierungsschwierigkeiten wurden nun auch von der Kanzlei als Grund für die Insolvenz genannt. 

Gesellschafter der Gruppe sind die Gasification Holding GmbH, die Acorma Corporation sowie eine Reihe von Privatinvestoren. Kleinere Anteile halten die Automobilkonzerne Daimler AG und Volkswagen AG.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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