Die Leipziger Technologiefirma hat im Gewerbepark Zwenkau-Süd mit dem Bau einer integrierten Fabrik für Dünnschicht-Solarzellen und -module begonnen. Die Produktion soll ab Anfang 2012 langsam hochgefahren werden. 19/05/2011


Solarion baut sein erstes Werk nun in Zwenkau. Mit dem Kraftwerk Lippendorf ist die „fossile Konkurrenz“ gleich nebenan. Foto: Stefan Schroeter



In seine erste Massenfertigung investiert das Unternehmen 40 Millionen Euro, die nach dem Einstieg des taiwanischen Konzerns Walsin Lihwa im vergangenen Herbst verfügbar wurden. Weitere 20 Mio. Euro kommen als Fördermittel vom Freistaat Sachsen. Wie Vorstandschef Karsten Otte und Wirtschaftsminister Sven Morlok bei der Feier des ersten Spatenstichs berichteten, hatte es bei der Bewilligung der Fördermittel zunächst einige verwaltungs- und vertragstechnische Schwierigkeiten gegeben. Letztlich konnten sie behoben werden. Dass der Bau nicht wie geplant schon Ende 2010 beginnen konnte, lag auch daran, dass das eigentlich vorgesehene Grundstück im Norden von Leipzig nicht rechtzeitig verfügbar war.


Solarion will nun in Zwenkau-Süd eine Produktion mit 140 Mitarbeitern aufbauen, in der jährlich Dünnschicht-Solarmodule mit einer Spitzenleistung von 20 Megawatt gefertigt werden können. Das entspreche 200.000 Modulen mit einer Fläche von 200.000 Quadratmetern, sagte Otte. Später soll ein weiteres Werk mit 180 MW Jahresproduktion gebaut werden.

Bisher betreibt das Unternehmen in Leipzig mit 50 Mitarbeitern eine Pilotanlage, die flexible und leichte Dünnschicht-Solarzellen auf Basis von Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) und einer Kunststoff-Folie produziert. Sie werden derzeit vorrangig genutzt, um neue Anwendungen wie stromproduzierende Autodächer oder Solar-Dachpappe für Flachdächer zu entwickeln.


Zu einem potenziellen Kunden für die leichten Solarmodule hat Solarion in Zwenkau einen kurzen Weg. „Wir haben schon 40.000 Quadratmeter Solaranlagen auf unseren Dächern“, berichtete Ralf Weidenhammer, Geschäftsführer des gleichnamigen Verpackungsmittel-Herstellers. Weidenhammer betreibt Werke in Hockenheim und Zwenkau, ein weiteres ist direkt neben Solarion geplant. Für viele alte Industriedächer seien die herkömmlichen Fotovoltaik-Module zu schwer, sagte Weidenhammer. „Wir haben 60.000 Quadratmeter an alten Dächern, die wir gern mit Solarion-Modulen belegen würden.“



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