Ein erfolgreicher Energiehandel, ein kalter Winter und ein gutes Beteiligungsergebnis haben den SWL Stadtwerken Leipzig im Geschäftsjahr 2010 ein Rekordergebnis ermöglicht. In der Strom-Grundversorgung setzt das Unternehmen weiter auf vergleichsweise hohe Preise. 17/05/2011


Beim europaweiten Strom-Großhandel wuchs der Absatz um über 30 Prozent auf 46.000 Gigawattstunden, und auch der Gashandel legte deutlich auf 11.000 GWh zu. Das ist jeweils ein Vielfaches des Absatzes auf dem Heimatmarkt in Leipzig, wo der Strom- und Gasabsatz weiter schrumpfte. Der Fernwärme-Absatz wurde dagegen von den niedrigen Temperaturen belebt. Auch die Beteiligungen waren profitabel: Die polnische Tochter GPEC in Gdansk (Danzig) verdoppelte ihren Gewinn vor Steuern nahezu auf 8,6 Mio. Euro. Millionen-Gewinne kamen auch von der Telekommunikationstochter HLkomm  und dem Informationstechnik-Dienstleister Perdata.


Alles in allem konnte SWL seinen Umsatz um 12 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn, den das Unternehmen vollständig an die LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft abführte, stieg um 6 Prozent auf 63,8 Mio. Euro. Bei der gemeinsamen Bilanz-Pressekonferenz der LVV mit ihre Töchtern SWL, KWL Kommunale Wasserwerke und LVB Leipziger Verkehrsbetriebe machte LVV-Geschäftsführer Detlev Kruse erneut klar, dass er auch künftig Gewinne in dieser Größenordnung von SWL erwartet.


Zu diesen Gewinnen tragen bekanntlich auch die hohen Preise des Unternehmens in der Strom-Grundversorgung bei. Sie liegen derzeit um 6 bis 16 Prozent höher als in den benachbarten Großstädten Erfurt, Halle, Chemnitz, Dresden und Magdeburg. SWL-Geschäftsführer Thomas Prauße verteidigte diese Preisstrategie damit, dass in der Grundversorgung höhere Kosten anfallen. Sie würden den dort verbliebenen Kunden zugeordnet. Außerdem stehe es jedem Kunden frei, in ein günstigeres Produkt der Stadtwerke zu wechseln.


Insgesamt hat die LVV-Gruppe bei einem Umsatz von 3,5 Mrd. Euro einen Konzern-Jahresüberschuss von 2,5 Mio. Euro erzielt. Im Jahr zuvor war noch ein Verlust von 1,2 Mio. Euro entstanden. Als wichtigstes Ergebnis bezeichnete es Geschäftsführer Josef Rahmen, dass die Verschuldung bei Banken um 75 Mio. Euro auf 684 Mio. Euro gesenkt werden konnte. Er zeigte sich zuversichtlich, den anstehenden Rechtsstreit um kriminelle Finanzgeschäfte zweier früherer KWL-Geschäftsführer mit den daran beteiligten Banken zu gewinnen.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.







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