Der Bundesrat strebt einheitliche Netzentgelte bei Stromübertragungs- und Verteilnetzen an. Er hat die Bundesregierung aufgefordert, einen bundesweiten Mechanismus zum Ausgleich der Netz- und Einspeisekosten von Ökostrom zu prüfen. 18/04/2011


Der Bundesrat begründet seine Aufforderung damit, dass den Betreibern von Stromnetzen in einigen Regionen Deutschlands besonders hohe Kosten für den Netzanschluss von dezentralen Erzeugungsanlagen nach dem EEG Erneuerbare Energien Gesetz und für die Einspeisung des erzeugten Stroms entstehen können. Insbesondere fielen für die Netzintegration und Einspeisung von Fotovoltaik- und Windenergie-Anlagen in bestimmten Regionen überproportional hohe Kosten an.


„Diese regional unterschiedlich hohen Kosten wirken sich auf die Höhe der örtlichen Netzentgelte und mittelbar auch auf die von den Letztverbrauchern zu entrichtenden Strompreise aus“, heißt es in dem Bundesrats-Beschluss vom 15. April. „Vergleichsweise hohe Netzentgelte und Strompreise in Regionen mit hohen Netzintegrations- und Einspeisekosten stellen einen Standortnachteil für die dort jeweils ansässigen Unternehmen dar.“


Im Klartext: In Regionen, die derzeit besonders viel für den Ausbau der erneuerbaren Energien tun, werden die Stromverbraucher dafür mit relativ hohen Netzentgelten belastet. In Regionen, wo der Ausbau erneuerbarer Energien stockt, profitieren die Stromverbraucher dagegen von relativ niedrigen Netzentgelten.


In seinem Antrag zu dem Bundesratsbeschluss hatte der Freistaat Thüringen darauf verwiesen, dass die Netzentgelte auf der Übertragungsnetz-Ebene in Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen etwa doppelt so hoch sind wie in den übrigen Ländern.


Davon betroffen seien insbesondere große Industriekunden, die direkt über das Übertragungsnetz beliefert werden. Langfristig könne dies zu existenzbedrohlichen Standortnachteilen führen. Außerdem, so heißt es weiter, fließen die hohen Entgelte des Übertragungsnetzes in die Netzentgelte der nachgelagerten Netzebenen ein und wirken sich dort ebenfalls auf die Preise aus.



Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.




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