Die wässrigen Reststoffe der Bioethanol-Produktion wurden bisher auf Ackerflächen ausgebracht. Der Produzent Verbio nutzt sie nun mit einem neuen Verfahren, um Biomethan in Erdgasqualität und Biodünger zu produzieren. Damit gewinnt das Unternehmen neue, hochwertige Produkte und verbessert seine Treibhaus-Bilanz. 12/2010


Der Bioethanol-Produzent Verbio hat in seinem Werk Zörbig weltweit erstmalig die Produktion von Bioethanol mit der Erzeugung von Biogas und  Biodünger großtechnisch kombiniert. Verbio produziert hier jährlich bis zu 90.000 Tonnen des Biokraftstoffs aus Getreide. Die wässrigen Reststoffe, die sogenannte Schlempe, wurden bisher mit Gülle gemischt und auf Ackerflächen ausgebracht. In einer neuartigen Fermentationssanlage nutzt das Unternehmen nun diese Schlempe, um Biomethan zu produzieren. Dabei werden  Stickstoff und Mineralstoffe aus dem Fermentationsprozess abgetrennt und zu Ausgangsstoffen für die Düngemittel-Produktion verarbeitet. Das erzeugte Biomethan wird zu Erdgasqualität aufbereitet und in das Netz des Regionalversorgers Mitgas eingespeist.

Zunächst will Verbio hier jährlich 240 Gigawattstunden Biomethan produzieren, später soll die Menge auf 370 GWh steigen. Mit dem neuen Verfahren verbessert das Unternehmen zum einen deutlich die Treibhaus-Bilanz seiner Bioethanol-Produktion und erfüllt damit sicher die  Anforderungen der neuen Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung. Zum anderen gewinnt es mit Biomethan und Biodünger neue, marktfähige Produkte. Die deutsche Energieagentur dena hat Verbio für dieses Konzept mit dem „Innovationspreis Biogaspartner 2010“ ausgezeichnet.

Das Verbundverfahren hat Verbio auch in seinem zweiten Bioethanol-Werk Schwedt eingeführt. An beiden Standorten wurden dazu jeweils 30 Mio. Euro investiert. Als Kunden für das erzeugte Biomethan hat Verbio bisher die Energieversorger Eon Bioerdgas und Lichtblick sowie die Stadtwerke München gewinnen können. Letztere mischen den vergleichweise klimaverträglichen Kraftstoff an ihren neun Erdgas-Tankstellen zu 50 Prozent und ohne Aufpreis dem fossilen Energieträger bei. Die Kohlendioxid-Bilanz der Fahrzeuge, die das Gemisch tanken, soll sich dadurch gegenüber Benzinern und Dieselfahrzeugen um 60 Prozent verbessern.


Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.


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