Die Solarion AG will bis zum Jahresende damit beginnen, eine Fabrik für flexible Dünnschicht-Solarzellen und -module in Leipzig aufzubauen. Hier sollen künftig 140 Mitarbeiter jährlich Solarmodule mit einer Spitzenleistung von 20 Megawatt produzieren. 28/10/2010


Die Solarion AG will bis zum Jahresende damit beginnen, eine Fabrik für flexible Dünnschicht-Solarzellen und -module in Leipzig aufzubauen. Hier sollen künftig 140 Mitarbeiter jährlich Solarmodule mit einer Spitzenleistung von 20 Megawatt produzieren. Vorstandschef Karsten Otte rechnet damit, dass sie damit im Herbst 2011 beginnen können. Die dazu nötigen Investitionen von 60 Mio. Euro finanziert Solarion durch eine Kapitalerhöhung. Dabei übernimmt die taiwanesische Walsin Lihwa Corporation für 40 Mio. Euro einen Anteil von 49 Prozent an Solarion. Die übrigen Anteile halten die bisherigen Finanzinvestoren und drei Gründer. Weitere 20 Mio. Euro stammen aus Investitionsfördermitteln der Sächsischen Aufbaubank. Später ist der Aufbau einer weiteren Fertigungsstätte mit 180 Megawatt Produktionskapazität und weiteren 400 Mitarbeitern geplant. Walsin Lihwa ist außerdem der erste Partner für die Lizenzierung der Solarion-Technologie. Chairman Yu-Lon Chiao sagte bei der Unterzeichnung des Beteiligungsvertrags in Leipzig, sein Unternehmen plane auch den Bau einer eigenen Fabrik mit der Solarion-Technologie in Taiwan. Zunächst solle aber die Leipziger Fabrik errichtet werden. Chiao sieht gute Chancen dafür, die Solarion-Module in den USA, China, Japan und Indonesien vermarkten zu können.

Bei seinen Dünnschicht-Solarmodulen setzt Solarion eine hauchdünne Halbleiterschicht aus Kupfer, Indium, Gallium und Diselenid ein (CIGS), die auf eine Kunststoff-Folie aufgetragen wird. Die Beschichtung erfolgt mit einem Ionenstrahl-Prozess, der relativ niedrige Energie- und Materialkosten ermöglicht. Die Solarfolien lassen sich gut an Formen und Größen anpassen, wie in der Architektur oder bei stromproduzierenden Autodächern. Bisher entwickelte Solarion seine Technologie auf einer Pilotanlage und arbeitete parallel an Solaranwendungen verschiedener Kooperationspartner. Walsin Lihwa ist nach eigenen Angaben ein führender Hersteller von Draht, Kabeln und Edelstahl im chinesischen Wirtschaftsraum. Ab den 1980er Jahren hat das Unternehmen mit Halbleitern, passiven Bauelementen und optischen Komponenten erfolgreich in die Hightech-Industrie expandiert und engagiert sich in den letzten Jahren zunehmend bei erneuerbaren Energien.

 

 



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