© 2020 Stefan Schroeter, Energiejournalist, www.stefanschroeter.com


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Die stadteigenen Versorgungsunternehmen wollen zur nächsten Bilanz-Pressekonferenz ihre Geschäftsberichte wieder rechtzeitig vorlegen. Damit sollte es dann auch möglich sein, den Geschäftsführern direkte Fragen zu den beständig hohen Nettogewinnen der Stadtwerke Leipzig zu stellen.

Fernwärme Übergabestation

Ein Zukunftsthema: Damit der Kohleausstieg möglich wird, müssen die Stadtwerke Leipzig neue Wärmequellen erschließen. Archivfoto 2013: Stefan Schroeter


Die SWL Stadtwerke Leipzig sind mit ihrem Nettogewinn wieder auf das Niveau der Jahre 2014 und 2015 zurückgekehrt. Für das vergangene Geschäftsjahr 2017 weisen sie 54 Mio. Euro Gewinn nach Steuern aus. Im Jahr 2016 hatte der Gewinn wieder ein noch höheres Niveau erreicht, das an frühere Jahre erinnerte. Die SWL-Gewinne werden traditionell an die stadteigene Muttergesellschaft LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft ausgeschüttet, die damit überwiegend die Verluste der LVB Leipziger Verkehrsbetriebe ausgleicht. Neu ist nun, dass SWL von seinem Gewinn 10,5 Mio. Euro in die eigene Gewinnrücklage einstellen kann, um damit in den nächsten Jahren notwendige Erweiterungsinvestitionen des Stromnetzes zu finanzieren.

 

Darüber informierte LVV bei der Bilanz-Pressekonferenz am 28. Juni, zunächst wieder ohne die Geschäftsberichte vorzulegen. Geschäftsführer Volkmar Müller sagte allerdings zu, die Zahlenwerke im nächsten Jahr rechtzeitig an die Journalisten auszugeben. Damit sollte es dann auch möglich sein, den Geschäftsführern direkte Fragen zu den beständig hohen Nettogewinnen der Stadtwerke Leipzig zu stellen.

 

Ein wichtiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 für alle LVV-Gesellschaften ist, dass die Wasserwerke vor einem Londoner Gericht endgültig Forderungen der Schweizer Großbank UBS aus riskanten Finanzgeschäften abwehren konnten. Damit vermieden sie einen möglichen Schaden von 500 Mio. Euro. Auch das Risiko aus einem damit verbundenen Finanzgeschäft mit der Landesbank LBBW konnte LVV abwenden.

 

Mit dieser Sicherheit sollen die LVV-Unternehmen nun bis zum Jahr 2030 insgesamt 3,66 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur investieren und sich so auf das anhaltende Bevölkerungswachstum einstellen. Auf die Stadtwerke entfallen davon 1,14 Mrd. Euro. Die langfristig notwendige grundlegende Umstellung der Wärmeversorgung ist in dieser Investitionssumme noch nicht enthalten. Derzeit bezieht SWL noch 70 Prozent seines Wärmebedarfs aus dem Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf, das künftig von dem derzeit diskutierten Kohleausstieg betroffen sein dürfte.

 

Wie ist es den Stadtwerken auch im Jahr 2017 wieder gelungen, einen Nettogewinn von mehr als 50 Mio. Euro zu erwirtschaften? Lesen Sie dazu mehr im Premium-Bericht.