© 2020 Stefan Schroeter, Energiejournalist, www.stefanschroeter.com


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Vier neue Energiestationen sollen künftig die städtische Energieversorgung ergänzen und das große Gas-Heizkraftwerk entlasten. An Konzepten für die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien arbeiten die Stadtwerke noch.

BHKW Hildegardstrasse gross

Die Motor-Generator-Einheit für das BHKW Hildegardstraße hat Zeppelin Power Systems schon angeliefert. Foto: Stefan Schroeter


Die SWL Stadtwerke Leipzig haben damit begonnen, vier dezentrale Block-Heizkraftwerke im Stadtgebiet aufzubauen. Die mit Erdgas betriebenen Anlagen sollen bis zum Jahresende fertiggestellt sein und ab 2018 die städtische Strom- und Wärmeversorgung ergänzen. SWL investiert insgesamt 8,8 Millionen Euro in die vier Energiestationen. Zu den Standorten zählen drei ehemalige Fernwärme-Umformerstationen in Volkmarsdorf, im Zentrum Ost und in Reudnitz, die seit der Umstellung des Netzes von Dampf auf Heißwasser in den 90er Jahren nicht mehr für ihre ursprüngliche Funktion benötigt wurden. Der vierte Standort ist das Gelände des großen Gas-Heizkraftwerks im Zentrum Nord.



Am Standort Volkmarsdorf in der Hildegardstraße war gestern schon das Herzstück des künftigen BHKW zu sehen: Eine Motor-Generator-Einheit von Zeppelin Power Systems, die künftig eine Strom- und Wärmeleistung von jeweils 2 Megawatt bringen soll. Den  Gesamtwirkungsgrad bei Vollast bezifferte Zeppelin-Geschäftsführer Volker Poßögel mit knapp 90 Prozent. Von SWL-Geschäftsführer Karsten Rogall war zu erfahren, dass das BHKW nahezu durchgehend in dieser Betriebsart laufen soll: in 8.000 von 8.760 Stunden des Jahres.



Mit den neuen Energiestationen unterstützt SWL den laufenden Ausbau des städtischen Fernwärmenetzes. Außerdem wird das große Gas-Heizkraftwerk Nord von einem Teil der Wärmeproduktion entlastet und kann so seine Stromproduktion besser an die Schwankungen der Börsenpreise anpassen. Bisher liefert es etwa die Hälfte der Leipziger Fernwärme, während die andere Hälfte aus dem Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf kommt. Außerdem betreibt SWL noch drei Heizwerke. Um eine größere Flexibilität im Fernwärmenetz zu erreichen, hatte SWL zuletzt auch schon einen Wärmespeicher am südlichen Standort Arno-Nitzsche-Straße errichtet.

 

Rogall und sein Geschäftsführer-Kollege Johannes Kleinsorg gingen gestern auch auf die Notwendigkeit ein, erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung zu nutzen. Bisher spielt das zwar bei SWL praktisch überhaupt noch keine Rolle. Innerhalb des Unternehmens soll aber inzwischen an Konzepten dafür gearbeitet werden. Erste Ergebnisse seien im ersten Halbjahr 2018 zu erwarten, hieß es.