Linde kauft Chorens Carbo-V-Technologie

Linde kauft Chorens Carbo-V-Technologie

Linde Engineering Dresden will das Verfahren zur Produktion von synthetischen Biokraftstoffen künftig als Lizenzgeber und als Anlagenbauer anbieten. Dazu soll am eigenen Standort ein größeres Team gebildet werden, für das offene Stellen ausgeschrieben werden. 10/02/2012

Linde Engineering Dresden will das Verfahren zur Produktion von synthetischen Biokraftstoffen künftig als Lizenzgeber und als Anlagenbauer anbieten. Dazu soll am eigenen Standort ein größeres Team gebildet werden, für das offene Stellen ausgeschrieben werden. 10/02/2012



Chorens Synthesegas-Demonstrationsanlage „Beta“ war über viele Jahre eine kostspielige Baustelle für die großtechnische Umsetzung der Carbo-V-Technologie. Sie riss die Freiberger Unternehmensgruppe schließlich in die Insolvenz. Archivfoto: Stefan Schroeter



Der Insolvenzverwalter der Freiberger Unternehmensgruppe Choren Industries, Bruno M. Kübler, hat die Carbo-V-Technologie zur Herstellung von Synthesegas aus Biomasse an LED Linde Engineering Dresden verkauft. Dabei handelt es sich um das wesentliche Geschäftsfeld der Unternehmen. LED erwarb alle mit der Technologie verbundenen Patente und Markenrechte. Die Dresdner wollen das Carbo-V-Verfahren künftig als Lizenzgeber und als Anlagenbauer anbieten. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, Mitarbeiter von Choren übernimmt LED nicht direkt. Sven Petersen, Vice President Carbon and Energy Solutions, sagte, das Unternehmen werde in Dresden ein „größeres Team“ bilden, um mit der Technologie zu arbeiten. Dabei würden offene Stellen ausgeschrieben, auf die sich auch frühere Choren-Mitarbeiter bewerben könnten. Wie groß dieses Team werden soll, wollte Petersen nicht näher beziffern.

Das mit Carbo-V produzierte Synthesegas kann unter anderem zur Herstellung von hochwertigen synthetischen Biokraftstoffen eingesetzt werden. Kübler bezeichnete den Verkauf dieses Geschäftsbereichs an Linde als einen Erfolg für die Gläubiger. Zugleich bestehe damit eine echte Chance, dass die von Choren entwickelte Technologie die Marktreife erlange.

Dem Verkauf an LED war ein mehrmonatiger Investorenprozess vorausgegangen. Kübler hatte zu weltweit mehr als 200 potenziellen Investoren Kontakt aufgenommen. Dem waren aufwändige Prüfungen des Unternehmens und der Technologie durch die Interessenten gefolgt. Es stellte sich jedoch heraus, dass keiner der potenziellen Käufer bereit war, die Investitionen zu tätigen, die nötig wären, um die Synthesegas-Demonstrationsanlage „Beta“ in Freiberg in den industriellen Betrieb zu überführen. Konkrete Angaben zu den dafür erforderlichen Investitionen machte ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf Nachfrage nicht.

Bei Choren werden nun noch 65 Mitarbeiter vorerst weiterbeschäftigt. Der Sprecher ließ offen, wie lange das noch möglich ist. Das Unternehmen hatte im Juli 2011 mit 290 Mitarbeitern die Insolvenz angemeldet, die im September eröffnet wurde. Im Oktober war der Verkauf einer Tochtergesellschaft mit 25 Mitarbeitern gelungen. Seitdem wurden 195 Mitarbeiter vom Insolvenzverwalter entlassen oder haben selbst gekündigt, um in andere Unternehmen zu wechseln.

Die Investorengespräche über weitere Teile der Choren-Gruppe, insbesondere die Beta-Anlage, dauern an. Der Verkaufsprozess wird begleitet vom weltweit operierenden Schweizer Beratungsunternehmen Rasenberger Toschek.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.




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