toplogo01Als Leipziger Wirtschaftsjournalist schreibe ich überwiegend über Energiethemen für Zeitungen, Zeitschriften und Internetportale. Dabei suche ich gern Verbindungen zu anderen Branchen sowie innerhalb Mittel- und Osteuropas. Besonders spannend finde ich, wie sich der Übergang von der bisher etablierten Energieversorgung zum Zeitalter der erneuerbaren Energien gestalten lässt.
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Stirling in Tabarz Drucken

Im Thüringer Tabarz ist das weltweit erste viermotorige Kraftwerk mit Stirlingmotoren für Biomasse in Betrieb gegangen. Die fortschrittliche Technik dieser Pilotanlage wurde großzügig gefördert, der erzeugte Strom erhält eine attraktive Vergütung. 15/02/2012



In den blau-schwarzen Heizkesseln wird ein Synthesegas zur Produktion von Wärme genutzt, die in den grünen Stirlingmotoren und angeschlossenen Generatoren zur Stromproduktion dient. Die oben angebrachten blauen Abgas-Wärmetauscher gewinnen thermische Energie aus den Abgasen der Heizkessel.



Das Kneipp und Wellness Resort Tabbs in Tabarz/Thüringen wird seit Oktober 2011 mit Strom und Wärme aus einem Blockheiz-Kraftwerk mit Stirlingmotoren für Biomasse versorgt. Nach Angaben des dänischen Motorenlieferanten Stirling DK handelt es sich dabei um die  weltweit erste derartige Anlage mit vier Stirlingmotoren. Als Brennstoff dient waldfrisches Holzhackgut aus der Region. Das BHKW verfügt über eine installierte Stromleistung von 140 Kilowatt und eine Wärmeleistung von 600 kW. Damit soll es 4.000 Megawattstunden Wärme und 1.000 MWh  Strom im Jahr produzieren können.

Wie das projektierende Ingenieurbüro EHSP aus Meiningen mitteilte, wird der Strom zu einem Teil von Tabbs selbst verbraucht. Zum anderen Teil wird er in die Thüringer Energienetze eingespeist und nach dem Erneuerbare Energien Gesetz mit 21 Cent je Kilowattstunde vergütet. In dieser Vergütung sind neben dem Satz für Biomasse-Strom auch Boni für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und einer fortschrittlichen Technologie enthalten.

Die Anlagenkosten bezifferte EHSP auf 1,6 Mio. Euro. Sie wurden zu 90 Prozent über Zuschüsse aus den Förderprogrammen EFRE Europäischer Fonds für regionale Entwicklung und GRW Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” finanziert. Das Stirling-BHKW einschließlich der vorgeschalteten thermischen Synthesegas-Erzeugung aus Holz wurde dabei als besonders innovative und damit förderwürdige Pilotanlage eingestuft.

In der Tabbs-Anlage erzeugt ein Gegenstrom-Vergaser zunächst aus dem Holz ein Synthesegas. Dieses Gas nutzen vier Heizkessel zur Produktion von Wärme, die wiederum die Stirlingmotoren und damit die Stromgeneratoren antreibt. Aus den Abgasen der Heizkessel wird über Wärmetauscher thermische Energie gewonnen und ins Heizungsnetz eingespeist.

Am Bau des BHKW war neben EHSP und Stirling DK auch Siemens Building Technologies aus Leipzig beteiligt. Für Stirling DK ist Tabbs die zweite mehrmotorige Stirlinganlage in Deutschland. Zuvor hatte das Unternehmen bereits eine zweimotorige Anlage nach Flensburg geliefert. Zwei weitere viermotorige Anlagen werden derzeit in Großbritannien durch einen örtlichen Partner installiert, wo sie die Grundlast-Wärme, Kühlung und Strom für zwei Einkaufszentren produzieren sollen.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.




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