toplogo01Als Leipziger Wirtschaftsjournalist schreibe ich überwiegend über Energiethemen für Zeitungen, Zeitschriften und Internetportale. Dabei suche ich gern Verbindungen zu anderen Branchen sowie innerhalb Mittel- und Osteuropas. Besonders spannend finde ich, wie sich der Übergang von der bisher etablierten Energieversorgung zum Zeitalter der erneuerbaren Energien gestalten lässt.
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Europäisches Geld für Kraftwerke in Russlands Fernem Osten Drucken

Ein langfristiger Kredit der Europäischen Entwicklungsbank EBRD über 192 Mio. Euro soll die Reform des ostrussischen Energieversorgers Energy Systems of the East unterstützen. Er war im November von der Kraftwerksgesellschaft Rushydro übernommen worden. 09/01/2012



SajanoSchuschenskoje grossSajano-Schuschenskoje gehört zu den Groß-Wasserkraftwerken, die Rushydro betreibt. Nach einer schweren Havarie im Jahr 2009 sind jetzt wieder fünf Turbinen mit einer Leistung von insgesamt 2.560 Megawatt in Betrieb. Die ursprüngliche Leistung lag bei 6.400 MW. Foto: MVVAlt, Wikimedia, CC-BY-SA-3.0



Die Europäische Entwicklungsbank (European Bank for Reconstruction and Development – EBRD) stellt der russischen Kraftwerksgesellschaft Rushydro einen langfristigen Kredit von 8 Mrd. Rubel (192 Mio. Euro) zur Verfügung. Der 10-Jahres-Kredit soll Rushydro dabei helfen, die kürzlich erworbene Tochtergesellschaft ESE Energy Systems of the East  umzustrukturieren. Dabei ist vorgesehen, bisher bestehende kurzfristige Kredite abzulösen. EBRD begründete die Kreditvergabe damit, dass auf den lokalen Kapitalmärkten die Fälligkeiten aufgrund aktueller Finanzturbulenzen dramatisch geschrumpft seien.

ESE ist das fernöstliche Nachfolgeunternehmen des früheren russischen Stromkonzerns UES Unified Energy Systems, der bis 2008 in weiten Teilen des Landes grundlegend reformiert worden war. Dabei wurden Stromerzeugung, Netzbetrieb und Stromvertrieb voneinander getrennt und  zahlreiche Einzelunternehmen gebildet. Im Fernen Osten fand diese Reform offensichtlich nicht statt, die dortigen Unternehmen der Strom- und Wärmeversorgung wurden vielmehr auf ESE übertragen. EBRD zufolge soll nun auch das Stromnetz dieses fernöstlichen Unternehmens von seinen Kraftwerken getrennt werden. 

Rushydro hatte im November einen staatlichen Anteil von 69 Prozent an ESE übernommen. Die neue Tochtergesellschaft versorgt neun Regionen im Fernen Osten Russlands, von Jakutien bis Tschukotka. Im Jahr 2010 produzierte sie mit den Brennstoffen Kohle, Erdgas und Diesel 27.563 Mrd. Kilowattstunden Strom und 30 Mrd. Gigakalorien Wärme (35.134 Mrd. kWh). Bei Modernisierung und Neubau von ESE-Kraftwerken auf Kohlebasis will Rushydro mit dem französischen Kraftwerksausrüster Alstom zusammenarbeiten. Mit diesem Partner entwickelt das russische Unternehmen bereits eine Fabrik für Kraftwerkstechnik in Baschkirien und ein Projekt für die technische Überholung von Wasserkraftwerken in der Kuban-Region.

Rushydro selbst verfügt über eine installierte Kraftwerksleistung von insgesamt 35 Gigawatt. Dabei handelt es sich überwiegend um große Wasserkraftwerke, hinzu kommen kleine Wasserkraftwerke im Kaukasus und geothermische Kraftwerke auf Kamtschatka. Außerdem betreibt das Unternehmen mehrere Wasserkraftwerke in Armenien. An Rushydro ist der russische Staat mit 58% beteiligt.



Einen ausfuehrlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier.




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